Spiel 1 geht an die Bären

Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale der Eishockey – Regionalliga West unterlagen die Dinslakener Kobras gestern Abend im ersten von maximal 5 Spielen bei den Neuwieder Bären denkbar knapp mit 3:4 (2:2; 0:2; 1:0).

Leider verlief die Anfahrt genauso, wie man es immer wieder erleben muss, wenn man als Anhänger der Giftschlangen das Team im Mannschaftsbus an einem Freitag nach Hessen oder Rheinland – Pfalz begleitet. Trotz gut geplanter und pünktlicher Abfahrtszeit ist man kurze Zeit später Teil einer Autokarawane, die sich nur mühsam Richtung Süden fortbewegt. Dementsprechend war es auch gestern wieder so, dass das Spiel erst mit einer 20-minütigen Verspätung angepfiffen werden konnte. Es wurde übrigens im 4 – Mann – System geleitet. Neben den beiden Linesmen waren auch 2 Hauptschiedsrichter auf dem Eis. Dies hatten sich die Verantwortlichen beider Vereine für diese Serie gewünscht. In Anbetracht der Tatsache, dass bei dieser Partie der Tabellenvorletzte der Fairplay – Tabelle dem Tabellenletzten begegnet, macht dieser Wunsch durchaus einen Sinn. Vorweg: Die Partie war kampfbetont, aber fair und das Unparteiischen – Gespann hatte das Spiel jederzeit im Griff. Leider kamen die Gäste mit der engen Regelauslegung nicht so gut klar wie die Neuwieder, was im weiteren Verlauf noch Auswirkungen haben sollte.

„Je länger wir es schaffen, das 0:0 zu halten, desto größer die Chancen, dass die favorisierten Gastgeber nervös werden“, mutmaßte der trotz Verletzung mitgereiste Flügelstürmer Dominick Spazier. Nach gespielten 49 Sekunden war dieses Vorhaben schon nur noch Makulatur. Denn die Kobras – vermutlich hatten sie ihre schweren Beine und Köpfe nach der langen Anreise noch nicht freibekommen – sahen sich in der Startphase des Spiels wütenden Angriffen der Hausherren ausgesetzt. Und es sollte eben nur 49 Sekunden dauern, bis sie einen dieser Angriffe in ein Tor ummünzen konnten.
Maximilian Wasser hatte sich an der rechten Bande bis auf die verlängerte Torlinie durchgetankt und passte auf den in halbrechter Position völlig freistehenden Michael Jamieson. Dieser konnte im Stil eines Klasse-Stürmers von dort aus einen Schuss in den linken oberen Winkel absetzen, sodass sich die Hausherren bereits in der 1. Spielminute einen Vorsprung erarbeitet hatten.
Bei Treffer Nummer 2 nutzten die Bären eine 5:4 – Überzahlsituation. Erneut Michael Jamieson war derjenige, der das Spielgerät in der 5. Spielminute an einem ansonsten glänzend aufgelegten Marvin Frenzel vorbeibrachte.
So langsam hatten jetzt auch die Gäste sich ans Tempo und die Intensität des Spieles angepasst und unternahmen ihrerseits erste Versuche einer Aufholjagd.
Und als sich die Bären in der 7. Spielminute im Angriff befanden, luchste Jesse Parker zentral in der neutralen Zone seinem Gegenspieler den Puck ab, sah auf Linksaußenposition den besser postierten Stefan Dreyer, der den präzise aufgelegten Pass aufnahm und zum Abschluss seines Alleinganges Felix Köllejan bei seinem Schuss unter die Latte nicht den Hauch einer Chance ließ.
Mit diesem Treffer hatten sich die Giftschlangen das nötige Selbstvertrauen geholt und waren für den Rest des Eröffnungsdrittels mindestens ebenbürtig. Und als in der 14. Spielminute jeweils 1 Akteur beider Mannschaften das Sünderbänkchen drückte, war es erneut Stefan Dreyer nach feinem Zuspiel Pascal Behlaus vergönnt, den Spielstand zu egalisieren. Ein weiterer Treffer blieb in diesem Abschnitt allerdings beiden Teams verwehrt.

Zu Beginn des Mitteldrittels konnte man sehr schnell feststellen, dass sich die Gastgeber taktisch umgestellt hatten. Von nun an waren ihre Angriffe nur noch nadelstichartig – man verlegte sich aufs Kontern. In der 25. Spielminute ließen die Dinslakener Kontingentspieler im Zusammenspiel eine vielversprechende Chance liegen, im Gegenzug mündete einer dieser Konter in einen Alleingang von Michael Jamieson, der allerdings in Marvin Frenzel seinen Meister fand. Aber die Szene war noch nicht vorbei. Inzwischen waren die Dinslakener Verteidiger wieder zurückgeeilt und konnten die schwarze Hartgummischeibe aufnehmen. Doch der Puck wurde noch im eigenen Verteidigungsdrittel vertendelt, sodass Michael Jamieson seine zweite Chance bekam, die er dann prompt zur 3:2 – Führung nutzte.
Die Gäste zeigten sich geschockt, was die Hausherren nur 51 Sekunden später zu Treffer Nummer 4 durch Dennis Appelhans nutzten. Es wurde nun beidseitig mit „offenem Visier“ gekämpft und es ergaben sich immer wieder gute Möglichkeiten auf beiden Seiten, doch die Endstationen hießen immer wieder Köllejan und Frenzel. Wobei der Schnapper der Giftschlangen doch um einiges mehr zu tun bekam. Dies war vor allem der Tatsache geschuldet, dass sich die Kobras zum Ende des Mitteldrittels häufig in der Kühlbox wiederfanden. Teilweise sogar zu dritt. Da fällt es natürlich schwer, gegen ein favorisiertes Team einen 2-Tore-Rückstand aufzuholen. Man konnte sogar froh sein, dass die Begegnung nicht bereits in dieser Phase durch den fünften Neuwieder Treffer entschieden worden ist. „Davor hatte ich allerdings weniger Angst. Unterzahl können wir. Das haben wir ja schon oft genug geübt“, bemerkte Schlangenbeschwörer Milan Vanek sarkastisch mit einem gequälten Lächeln auf der Heimfahrt.

Der Schlussabschnitt war ereignisreich, blieb aber dennoch lange Zeit torlos. Nur: Den Kobras lief inzwischen die Zeit davon. Gleichzeitig schwand bei den mitgereisten Fans der Giftschlangen immer mehr die Hoffnung, dass ihre Mannschaft das Spiel noch drehen könnte. Bei 58:45 standen sie jedoch wieder lautstark und geschlossen hinter ihrem Team. Grund war das Anschlusstor durch Andrew Harrison, der, von Milan Vanek an die blaue Linie als Rechtsverteidiger beordert, im Stil eines Blueliners den Puck in die Maschen jagte. Kurz zuvor hatte der Schlangenbeschwörer Marvin Frenzel zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen und endlich einmal sollte sich diese Maßnahme auszahlen. Im weiteren Verlauf blieb Frenzel auf der Mannschaftsbank, ein weiterer Treffer sollte den Kobras allerdings nicht mehr gelingen. Im Gegenteil: Bei Schüssen der Bären auf das verwaiste Dinslakener Gehäuse strich der Puck 3-4 mal nur um Zentimeter am Pfosten vorbei.

„Wir haben das Spiel durch individuelle Fehler und durch zu viele Strafzeiten verloren. Und das lag diesmal nicht an den Schiedsrichtern.  Wenn du am Ende 16 Strafminuten auf dem Konto hast, ist es sehr schwer, gegen Neuwied zu gewinnen. Wenn wir es am Sonntag schaffen, diese beiden Dinge zu minimieren, sehe ich gute Chancen, dass das Spiel 2 an uns geht, wagt Coach Vanek eine Vorschau auf die Begegnung morgen Abend.
Das Eröffnungsbully in der Schlangengrube gibt’s um 19:00 Uhr.

 

EHC Neuwied – Dinslakener Kobras                 4:3 (2:2; 2:0; 0:1)

Torschützen Neuwied:                                         Jamieson (3), Appelhans
Torschützen Dinslaken:                                        Dreyer (2), Harrison

Strafminuten Neuwied:                                        10
Strafminuten Dinslaken:                                       16

Zuschauer:                                                             688

Copyright Beitragsfoto: Simone Neuhaus

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