Seitenwechsel

Akteure jeder Sportart, die ihre gesamte Karriere bei nur einem Verein ihrer Leidenschaft nachgehen, sind äußerst selten.
Bei den Kobras waren dies bis Ende der letzten Saison zwei Spieler, die bis auf einen kurzen Ausrutscher Richtung Nordhorn (je 4 Spiele) ihre gesamte Karriere lang die Schlangengrube als ihr Wohnzimmer ansahen.

Dies war zum einen Benedikt Hüsken, der eine lange Zeit als Stürmer seine Gegner narrte und später als Verteidiger in der Zone rund um das Dinslakener Gehäuse immer wieder gründlich aufräumte. Benni spielte 16 Jahre im Dinslakener Trikot und erzielte in 347 Partien 151 Tore, machte 203 Vorlagen und bekam 672 Strafminuten.
Damit dürfte er mit seinen gerade einmal 32 Lenzen einer der lebenden Legenden des Dinslakener Eishockeys sein und die Kobras möchten sich an dieser Stelle noch einmal explizit bei ihm für alle seine Einsätze, bei denen er immer mehr als 100% Leistung für seine Kobras gab, bedanken. Man soll ja nie nie sagen, doch wir nehmen ihm erst einmal ab, dass die letzte Spielzeit gleichzeitig auch seine letzte Spielzeit war. Auch wenn wir das nur ungern akzeptieren würden.

Mindestens genauso viel Dank sind die Kobras seinem langjährigen Weggefährten, Stürmer Dominick Spazier, schuldig. Er begann seine Laufbahn tatsächlich in Dinslaken 1994 mit der Laufschule, durchlief alle Nachwuchsabteilungen, in denen er sich auch bei Meisterschaftsspielen in die Torjägerliste eintrug. Seine nachlesbare Statistik beginnt zwar noch im letzten Jahrtausend, doch leider erst ab 1999. Jedenfalls ist sie schon von da an beeindruckend: Dominick erzielte für seine Dinslakener Mannschaften in 611 Spielen 409 Tore, legte 358 – mal vor und erlangte somit 767 Scorerpunkte. Und dies obwohl er insgesamt 852 Minuten in die Kühlbox musste. 4 Begegnungen bestritt er für Nordhorn, doch diesen „Ausrutscher“ hat er schnell vergessen gemacht. Viel mehr Loyalität einem Verein gegenüber geht nicht. Inzwischen hat auch die zweite lebende Legende dieses Beitrags mit 31 Lenzen nach 28 Jahren auf dem Eis die Schlittschuhe an den Nagel gehängt und will sich in seiner Freizeit in der Hauptsache um seine junge Familie kümmern.

Dennoch bleibt er den Kobras glücklicherweise erhalten, vollzieht dabei aber einen Seitenwechsel. Denn er wechselt zum Team hinter dem Team. Dies macht er dadurch, indem er von nun an hauptverantwortlich für die Social Media – Auftritte der Kobras ist. Und er hat dabei jemanden an seiner Seite, den auch alle Fans der Kobras kennen: Maurice Musga. Denn auch Maurice hat sich entschlossen, dem Dinslakener Eishockey nach dem Karriereende weiterhin treu zu bleiben. Zwar hat die ehemalige #9 als Senior nur die beiden letzten Spielzeiten für die Kobras die Schlittschuhe geschnürt, doch begonnen mit dem Eishockey hat der waschechte Dinslakener ebenfalls in seiner Heimatstadt. Die 7 Jahre Ratinger Ice Aliens sehen wir ihm nach.

Die Kobras freuen sich jedenfalls, zwei ehemalige Akteure weiter an den Verein gebunden zu haben uns wünschen ihnen viel Kreativität und bei ihren Entscheidungen immer ein glückliches Händchen.