Kobras mühen sich zum 6:5 – Erfolg

Wenn die Kobras auf den Neusser EV treffen, entwickelt sich häufig kein Spiel, bei dem man ob vieler technischer Finessen mit der Zunge schnalzt und das vor Eishockey – Ästhetik nur so sprüht; nein, in der Regel wird dann Eishockey hart gearbeitet und beim Anblick dieser Partie will dem Zuschauer das Wort „Augenschmaus“ so gar nicht über die Lippen kommen. Gerne spricht dann der Gewinner der Partie von einem Arbeitssieg.

So war es auch am gestrigen Abend, als die Kobras in ihrem vorletzten Vorbereitungsspiel den NEV mit 6:5 n.P. (1:1; 1:3; 3:1; 1:0) zum Schluss mit der knappsten aller Möglichkeiten besiegte.

Wer dachte, dass die Dinslakener, die 3 Vorbereitungsspiele gegenüber dem NEV Vorsprung hatte, Puck und Gegner beherrschen würde, sah sich getäuscht. Ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe sorgte dafür, dass sich niemand wundern durfte, als die Gäste in der 5. Minute in Führung gingen. Jetzt schalteten die Hausherren einen Gang höher und eine einfache Überzahlsituation verschaffte den Giftschlangen durch Niklas Clusen nur 2 Minuten später den Ausgleich.

Als Jerome Baum zu Beginn des zweiten Abschnitts eine weitere Überzahlsituation zur 2:1 – Führung nutzen konnte, schien die Welt für alle, die es mit dem Dinslakener Eishockey halten, wieder i.O..
Doch mit zunehmender Spieldauer überließen die Dinslakener ihren Gästen unerklärlicherweise die Regie des Spiels, sodass der erneute Ausgleichstreffer zum 2:2 in der 27. Spielminute nur eine logische Folge war. Untypisch für ein Überzahlspiel war dann der Treffer zum 3:2 für den Neusser EV: Als die in Unterzahl befindlichen Kobras im Spielaufbau waren, verloren sie in Höhe der roten Linie das Spielgerät und mussten zusehen, wie Luca Hellingrath bei seinem Break Lucas Eckardt im Dinslakener Gehäuse keine Chance ließ. Als die Gäste dann auch noch in der 37. Spielminute den vierten Treffer nachlegten, sah es für einen Kobra – Sieg an diesem Abend ziemlich düster aus.

Doch Dinslakens Übungsleiter schien in der zweiten Drittelpause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn fortan stimmte bei den Giftschlangen die Einstellung zu Spiel und Gegner, auch wenn das spielerische und taktische Funktionieren in allen Mannschaftsteilen noch einige Wünsche offenließ.
Dafür wurde die Partie aber jetzt spannend. Durch Treffer von Moritz Hofschen und Marc Stähle erkämpften sich die Hausherren bis zur 56. Spielminute den 4:4 – Ausgleich und auch, als Neuss nur eine Minute später beim Spielstand von 4:5 in Führung ging, setzte die Vanek – Truppe ihre Angriffsbemühungen weiter fort und belohnten sich durch den vierten Verteidiger – Treffer an diesem Abend in der 58. Minute. Dominik Scharfenort hatte zu diesem Zeitpunkt den 5:5 – Ausgleich auf die Anzeigetafel gebracht.
So blieb es bis zum Ende der regulären Spielzeit und als auch die Verlängerung keinen Gewinner hervorbrachte, musste das Penaltyschießen zur Siegerfindung herhalten.
Dort hatte dann die Heimmannschaft das glücklichere Ende für sich und auf dem Spielberichtsbogen wurde vermerkt, dass Martin Beneš mit seinem Penalty – Hammer den Siegtreffer für die Dinslakener erzielt hatte.


Zwar fehlten wegen Verletzungen den Hausherren mit Dennis Appelhans, Pawel Kuszka und Dominick Spazier eine komplette Sturmreihe, doch dies war für den Dinslakener Coach nicht ausschlaggebend.
 „Die gute Spielweise der letzten Vorbereitungsspiele war gestern weg. Wir waren richtig schlecht. Das muss man auch mal sagen können nach solch einer Begegnung. Da will ich auch überhaupt nicht drumherum reden. Wenn es etwas Positives aus dieser Partie zu ziehen gibt, so ist das die Moral meiner Mannschaft. Die hat zu 100% gestimmt. Deshalb konnten wir die Begegnung noch umbiegen und für uns entscheiden. Aber ich möchte nicht, dass wir noch einmal so spielen. Ich habe schon während der Begegnung reagiert und der ein oder andere durfte sich das Spiel im letzten Drittel von der Mannschaftsbank aus ansehen. Wir haben auch schon darüber gesprochen und werden es noch weiter tun, so geht es einfach nicht und ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Mannschaft am Sonntag gegen Troisdorf rehabilitieren wird und wir einen ganz anderen Auftritt der Kobras sehen werden“, ging der Dinslakener Coach mit seiner Mannschaft hart ins Gericht.

In der Tat haben die Dinslakener Giftschlangen bereits morgen um 19:00 Uhr die Gelegenheit zu zeigen, dass die gute Leistung der ersten drei Vorbereitungsspiele kein Zufall war.

Dinslaken Kobras – Neusser EV:                   6:5 n.P. (1:1; 1:3; 3:1; 1:0)

Torschützen Dinslaken:                                  Clusen, Baum, Hofschen, Stähle, Scharfenort, Beneš
Torschützen Neuss:                                          Hellingrath (2), Riebe (2), Tillmann

Strafminuten Dinslaken:                                15 + 20 (Kelsch)
Strafminuten Neuss:                                       25 + 20 (Matthias Hornig)