Wenn’s dann mal nicht läuft, ….

„Glückwunsch an den Unparteiischen der heutigen Begegnung“, war das erste Statement von Milan Vanek bei der Pressekonferenz nach dem Spiel der Dinslakener Kobras bei den Herforder Dragons. Und der Dinslakener Übungsleiter ließ nicht locker: “Ich empfinde es als Frechheit, einen Schiedsrichter bei einem Spiel einzusetzen, wenn dieser 10 – 12 Jahre bei einem der beiden Vereine gespielt hat. Nicht alle, aber einige Strafen sind gegen uns ausgesprochen worden, die zum einen nicht berechtigt waren und zum anderen bei gleichen oder ähnlichen Vergehen gegen Herford nicht gepfiffen wurden“, legte Dinslakens Übungsleiter nach.

In der Tat war nicht jede Strafe gegen die Gäste nachvollziehbar. In einer Partie, bei dem beim nicht favorisierten Team schon ziemlich viel passen muss, damit man überhaupt eine Siegchance hat, sind dann solche zweifelhaften Entscheidungen des Unparteiischen Gift. Das Strafminutenverhältnis von 8:22 gegen die Kobras ist ebenfalls ein Indiz für den Wahrheitsgehalt der Behauptung von Milan Vanek. Und wenn man dann noch weiß, dass die Ratinger Ice Aliens beim Auftritt in Herford 3 Tage zuvor, ebenfalls vom gleichen Schiedsrichter geleitet, mit 11 2-Minuten-Strafen bedacht wurden, während Herford nur deren 3 aufgebrummt bekam, darf man sich doch zumindest etwas wundern.

Nein, nicht nur durch das Schiedsrichtergespann haben die Dinslakener diesen Vergleich mit 3:6 verloren, aber die falschen oder zumindest grenzwertigen Entscheidungen hatten diesmal keinen unwesentlichen Anteil daran.

Dabei starteten die Niederrheiner gut in die Partie. Nichts erinnerte an die schwachen Auftritte der letzten Spiele. Man konnte deutlich erkennen, dass sie das Vorhaben, sich vernünftig aus den Pre-Playoffs zu verabschieden, auch in die Tat umsetzen wollten.
Und sie versteckten sich nicht.  Bereits nach 3 Spielminuten konnte Sven Schiefner einen Abpraller, den er von kurz hinter der blauen Linie wieder Richtung Tor beförderte, die Gäste mit diesem noch abgefälschten Schuss in Führung bringen.
Die erste Strafzeit gegen die Gäste bescherte den Dragons den Ausgleich. Da war der Führungstreffer der Kobras gerade 1 Minute her.
Doch die Dinslakener zeigten sich keineswegs geschockt und blieben gefährlich. Und in der 16. Spielminute auch erfolgreich. Sven Schiefner hatte sich auf der linken Seite durchgetankt, passte quer auf den mitgelaufenen Sören Hauptig, der auf Pascal Behlau zurücklegte. Ein trockener Handgelenkschuss in den rechten oberen Winkel bedeutete die erneute Führung für die Giftschlangen.
Noch im ersten Drittel konnten die Dinslakener die Führung sogar auf 2 Tore ausbauen. Und dies in Unterzahl. Stefan Dreyer hatte sich auf der rechten Seite an der eigenen blauen Linie den Puck erkämpft, konnte sich auf dem Weg zum gegnerischen Tor gegen einen Widersacher durchsetzen und legte dem mitgelaufenen Sven Schiefner mustergültig auf. Dieser hatte in der 20. Spielminute wenig Mühe, auf 3:1 für die Gäste zu stellen.


Die entscheidende Phase der Begegnung war rund um die 39. Spielminute. Die Dragons zogen ihr gekonntes Überzahlspiel auf, als 2 Dinslakener Akteure zeitgleich in der Kühlbox saßen. Gillaume Naud brachte seine Farben in dieser Situation auf 2:3 heran.


Als die Kobras kurz nach Beginn des dritten Abschnitts wieder vollzählig waren, ergab sich für die Dinslakener eine gute Möglichkeit, den alten Abstand wiederherzustellen, doch Stefan Dreyer scheiterte bei seinem Break an Kieren Vogel.
Kurz darauf setzten die Dragons die Dinslakener in deren Verteidigungsdrittel fest und in Spielminute 45 konnte Kevin Rempel den Dinslakener Abwehrriegel erneut knacken. Neuer Spielstand: 3:3.
Das 4:3 der Hausherren resultierte dann wieder aus einem Powerplay. Diesmal war es Jan – Niklas Linnenbrügger, der das Spielgerät an Lukas Eckardt vorbeibrachte.
Von nun an übernahm der Gastgeber das Regiment und die Vanek – Truppe kam nur noch zu gelegentlichen Entlastungsangriffen. Die vorhandene spielerische Überlegenheit der Westfalen schlug sich im 5. Treffer, ebenfalls von Jan – Niklas Linnenbrügger erzielt, mit 5:3 auf der Anzeigetafel nieder. Als das 6:3 in der 55. Spielminute fiel, konnte man deutlich Auflösungserscheinungen im Defensivverband bei den Giftschlangen erkennen, sodass Lukas Eckardt keine Chance hatte, den Treffer von Nils Bohle zu verhindern.

Jetzt bleibt den Giftschlangen nur noch morgen die Möglichkeit, das Minimalziel, eine Partie in den Pre – Playoffs zu gewinnen, zu erreichen. Beim Derby bei den Ratinger Ice Aliens geht es vor allem darum, sich mit einem Sieg doch noch vom letzten Tabellenplatz zu verabschieden und mit einem halbwegs guten Gefühl für Mannschaft und Fans in die Sommerpause zu verabschieden.

Herforder EV – Dinslaken Kobras:                               6:3 (1:3; 1:0; 4.0)

Torschützen Herford:                                      Linnenbrügger, Naud (je 2), Rempel, Bohle
Torschützen Dinslaken:                                  Schiefner (2), Behlau

Strafminuten Herford:                                    8
Strafminuten Dinslaken:                                22