Die Durststrecke geht weiter

Die Kobras müssen weiter auf den ersten Sieg bei den Pre-Playoffs warten. Gestern Abend hatten sie dazu eine große Chance, mussten sich am Ende bei der 4:5 – Niederlage nach Verlängerung mit einem Punkt begnügen. Und dies, obwohl man über weite Strecken der Partie die spielbestimmende Mannschaft war.


Die Begegnung war die meiste Zeit zerfahren und man merkte, dass beide Mannschaften das kämpferische Element in den Vordergrund stellten. Leichte Vorteile gab’s für die Gäste in den ersten 5 Minuten, weil man sich die hochkarätigeren Chancen erarbeitete. Mit zunehmendem Verlauf bekamen die Kobras aber das Spiel in den Griff und erarbeiteten sich eine Chancenmehrheit. Das erste Mal jubeln durften sie dann in der 15. Spielminute, als Stefan Dreyer den Puck an Felix Zerbe vorbeibrachte. Gut 2 Minuten später vermochte dann Philipp Heffler, eine 2-Tore-Führung auf die Anzeigetafel zu bringen. Mit diesem Vorsprung ging es zum ersten Pausentee.

Das Bild änderte sich auch im zweiten Abschnitt nicht. Die Zuschauer sahen überlegene Giftschlangen; nur das häufig zu hörende „Oooh“ und „Aaah“ von den Rängen deutete immer wieder darauf hin, dass mal wieder der Puck das Gestänge getroffen hatte, am Tor vorbeigezischt war oder in der Fanghand von Felix Zerbe gelandet war. Gute Gelegenheiten, das Ergebnis auszubauen, waren reichlich vorhanden. Hätten die Giftschlangen eine der nicht wenigen Überzahlsituationen konsequenter genutzt und hätte Pascal Behlau bei seinem Penaltyschuss nicht in Felix Zerbe seinen Meister gefunden, dann hätte nach dem Mittelabschnitt der Sieger bereits festgestanden. Aber all das ist eben nicht passiert. Die Hausherren gingen schlichtweg zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Zwar gelang Thomas Dreischer in der 30. Spielminute der Anschlusstreffer zum 2:1, doch dieses Ereignis konnten die Dinslakener noch als Betriebsunfall verbuchen, zumal nur gut eine Minute später Tommy Kuntu – Blankson den alten Abstand wiederherstellen konnte. Mit dem 3:1 ging es dann auch in die zweite Pause.

Auch das letzte Drittel zeigte zunächst eine dominante Dinslakener Mannschaft, die die Überlegenheit nicht in Treffer ummünzen konnte. Im Gegenteil: Die Aliens vermochten bei ihren zunächst wenigen Angriffen durch Tim Brazda in der 48. Spielminute den 3:2 – Anschlusstreffer zu erzielen. Jetzt hatten die Gäste aber Blut geleckt und spielten aggressiver. Erst recht, als Ted Zeitler 5 Minuten vor der Schlusssirene den 3:3 – Ausgleich erzielte. Von da an herrschte Belagerungszustand vor Marvin Frenzel, denn die Aliens bediente sich nun der Dinslakener Tugenden: Kampf und unbedingter Siegeswille. Man wollte noch in der regulären Spielzeit den Dreier mit nach Ratingen nehmen. Noch konnten die Dinslakener dagegenhalten, denn nach einer schönen Kombination zwischen Martin Beneš und Dmitrii Kusnetsov war Dennis Appelhans völlig frei und konnte das Spielgerät mühelos zur erneuten Führung einschieben.
Doch im Anschluss spielte sich alles nur noch vor Marvin Frenzel ab. Das Team von Trainer Fuchs wirbelte die Dinslakener Defensive gehörig durcheinander und war dann auch in der 58. Spielminute durch Pascal Rüwald erfolgreich. Mit diesem 4:4 unentschieden ging es in die Verlängerung.

Konnten die Hausherren dort zunächst noch eine 3:5 Unterzahl überstehen, mussten sie sich letztendlich dem größeren Siegeswillen der Gäste durch den zweiten Treffer von Thomas Dreischer in der 67. Spielminute beugen.

Am Ende wurden sie mit den eigenen Waffen geschlagen. Trotz eines Torschussverhältnisses von 45:26, trotz 8-maliger Überzahl und trotz einer Zeit von 40 Minuten, in der man in Führung war, war Ratingen am Ende das erfolgreiche Team. Weil sie in wichtigen Phasen des Spiels clever agierten und mit ein wenig Glück im Bunde sich den Sieg letztendlich auch verdient hatten. Weil sie ihn mehr wollten zu einem Zeitpunkt, als die Begegnung auf des Messers Schneide stand.

Rein rechnerisch ist der Einzug ins Playoff – Halbfinale für die Dinslakener noch möglich. Doch in den verbleibenden Begegnungen bekommt es die Vanek – Truppe mit einer Ausnahme am letzten Spieltag nur noch mit Teams zu tun, die in der Hauptrundentabelle vor ihnen standen. Es gehört schon eine gute Portion Optimismus dazu, wenn man glaubt, das Erreichen sei durchaus möglich. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die Gelegenheit, das kleine Wunder zu vollbringen, bietet sich ihnen bereits morgen, wenn Tabellenführer Diez – Limburg in der Schlangengrube aufschlagen wird. Das Spiel beginnt um 19:00 Uhr.

Dinslakener Kobras – Ratinger Ice Aliens:                 4:5 n.V. (2:0; 1:1; 1:3; 0:1)

Torschützen Dinslaken:                                                  Dreier, Heffler, Kuntu-Blankson, Appelhans
Torschützen Ratingen:                                                    Dreischer (2), Tim Brazda, Zeitler, Rüwald

Strafminuten Dinslaken:                                                12 + 10 (Behlau)
Strafminuten Ratingen:                                                  18 + 10 (Rüwald)