Gegen Ligaprimus nichts zu holen

Als gestern Abend das letzte Heimspiel der Dinslakener Kobras in dieser Spielzeit angepfiffen wurde, hatten sich die Giftschlangen vorgenommen, hocherhobenen Hauptes vom Heimpublikum aus der Saison zu verabschieden. Dies ist ihnen aber nur teilweise gelungen. Am Ende zeigte die Spieluhr ein 3:9, welches selbst in der Höhe verdient an den Spitzenreiter aus Diez – Limburg gegangen ist.

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Nach der Niederlage bleibt wohl nur noch ein Heimspiel

Auch im siebten Spiel der Pre-Playoffs hat es für die Dinslakener Kobras nicht zu einem Sieg gereicht. Beim 6:4 – Sieg vermochte der Tabellenzweiten aus Neuwied alle 3 Punkte aus der Schlangengrube zu entführen.


Dabei hatten sich die Giftschlangen gar nicht so viel vorzuwerfen. In allen Bereichen gingen sie an ihre Leistungsgrenze, doch am Ende siegte die höhere Qualität. Sogar eine 4:2 – Führung reichte nicht aus, um als Sieger die Spielfläche zu verlassen.

Die Zuschauer sahen 3 ziemlich verschiedene Drittel. Im Abschnitt 1 hatten die Gäste zwar das Mehr an Torchancen, die qualitativ höherwertigen Möglichkeiten erarbeiteten sich aber die Dinslakener, schafften es aber noch nicht, den Puck über die Torlinie zu bugsieren. Dafür gingen die Gäste mit 1:0 durch Maik Klingsporn in Führung.

Dies sollte sich in Abschnitt 2 ändern. Die Hausherren nahmen jetzt das Heft in die Hand und wussten auch in puncto Kaltschnäuzigkeit zu überzeugen. Pascal Behlau und Alex Zaslavski (eigentlich hatte Philipp Heffler die Scheibe noch abgefälscht) drehten mit ihren 2 Treffern in der 26. und 28. Spielminute die Partie zugunsten der Niederrheiner. Mit 2:1 aus Sicht der Vanek – Truppe ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

Als Dennis Appelhans in der 44. Minute im Powerplay das 3:1 erzielte, sah alles nach einem Sieg der Hausherren aus. Doch mit einer 3:1 – Führung hatte den Giftschlangen auch schon in der jüngeren Vergangenheit keinen guten Erfahrungen gemacht; so auch gestern. Denn zwischen dem Tor von Appelhans und dem Spielstand 4:4 vergingen gerade einmal 5 Minuten. In dieser Phase verkürzte Dennis Schlicht zunächst auf 3:2. Zwar sorgte Dennis Appelhans nochmals für eine 2-Tore-Führung, doch das Importspieler – Duo Smith und Aulie erzielten bis zur 49. Minute den 4:4 – Ausgleich. Die Gäste hatten zwischenzeitlich das Tempo deutlich angezogen und das Spielgeschehen fand hauptsächlich vor dem Gehäuse von Marvin Frenzel statt. Folgerichtig fiel auch der 5:4 – Führungstreffer in der 57. Spielminute durch Sam Aulie.

Und wieder musste Milan Vanek seinen Goalie ziehen und wieder ging der Schuss nach hinten los. 53 Sekunden vor dem Ende schlenzte Jeff Smith aus dem eigenen Verteidigungsdrittel heraus das Spielgerät in das leere Gehäuse und brachte das 6:4 für seine Farben unter Dach und Fach.

Damit sollten auch die größten Optimisten davon ausgehen, dass die Saison für die Giftschlangen am kommenden Sonntag beendet sein wird.

Bis dahin haben die Dinslakener am kommenden Wochenende noch zwei Auswärtsspiele in Herford und in Ratingen, die voraussichtlich letzte Partie dieser Spielzeit in heimischer Schlangengrube findet bereits morgen Abend statt, wenn die Rockets aus Diez – Limburg gegen Benni Hüsken & Co. das Nachholspiel für das ausgefallene Aufeinandertreffen letzte Woche Sonntag bestreiten.

Dinslaken Kobras – EHC Neuwied:              4:6 (0:1; 2:0; 2:5)

Torschützen Dinslaken:                                  Appelhans (2), Zaslavski, Behlau

Torschützen Neuwied:                                    Smith (2), Aulie (2), Klingsporn, D. Schlicht

Strafminuten Dinslaken:                                8

Strafminuten Neuwied:                                 12

Die Aufholjagd kam zu spät

Dringend haben die Kobras gestern einen Sieg beim Spitzenreiter aus Diez – Limburg benötigt, um in den Pre-Playoffs weiter die Möglichkeit zu haben, unter die ersten 4 Mannschaften zu kommen, was ihnen die Qualifikation für die anschließenden Playoffs eingebracht hätte. Das am Ende des Tages stattdessen eine 3:6 – Niederlage herausprang, ergab sich wie folgt:

Die Kobras, die bei den Rockets mit „voller Kapelle“ angereist waren, mussten sich von Beginn an dem Druck des Seriensiegers erwehren. Wie wichtig für den Gastgeber dabei die Rückkehr des Top-Scorers Kevin Lavallee war, ließ sich bereits nach gut 7 Minuten an der Anzeigetafel ablesen. Der Deutsch – Kanadier, der an diesem Abend mit 4 Scorerpunkten brillieren konnte, verwertete zu diesem Zeitpunkt einen Pass von R.J. Reed, angesetzt von hinter dem Tor, mit einem Handgelenkschuss in den rechten oberen Winkel.
Im ersten Abschnitt wirkte das Passspiel der Rockets für die Dinslakener eindeutig zu schnell und 5 – mal konnten Kobra – Akteure ihren Gegenüber nur mit einem Regelverstoß stoppen. Die daraus entstandenen Überzahlsituationen spielten wiederum genau in die Karten der Gastgeber, die in diesen Konstellationen bis zur 12. Spielminute die Treffer 2 und 3 durch R.J. Reed und Alexander Seifert folgen ließen.
Konstantin Firsanov legte noch vor dem ersten Pausentee in der 17. Spielminute bei gleicher Mannschaftsstärke das 4:0 nach.

Einem Nichtangriffspakt glich die Partie in Abschnitt 2. Die Gastgeber hatten mindestens 2 Gänge zurückgeschaltet und die Kobras waren noch sichtlich beeindruckt vom Leistungsvermögen der Rockets aus dem ersten Drittel. Nur R.J. Reed konnte einmal die Scheibe über die Linie bringen, ansonsten blieb dieser Abschnitt ereignislos. Beim Spielstand von 5:0 ertönte die Sirene zum zweiten Mal.

Dieses Geplänkel sollte sich auch im letzten Abschnitt fortsetzen, allerdings nur 2 Minuten und 40 Sekunden lang.
Denn zu diesem Zeitpunkt hatten die Niederrheiner Überzahl, die Leon Taraschewski mit einem Hammer von der blauen Linie zum ersten Gäste – Treffer nutzen konnte. Zuviel Verkehr hatte sich vor Rockets – Goalie Jan Guryca aufgebaut, sodass er die Scheibe erst zu spät zu sehen bekam.
Während dies der Weckruf für die Gäste war, schafften es die Hausherren nicht mehr, wieder zu ihrer starken spielerischen Leistung zurückzuschalten. Jetzt übernahmen die Kobras das Kommando und Sören Hauptig belohnte den nun aufgekommenen Kampfgeist seiner Mitspieler mit dem zweiten Kobra – Treffer in der 47. Minute zum 2:5. Und die Giftschlangen blieben am Drücker. Als Leon Taraschewski in der 48. Spielminute allein auf Jan Guryca zulief, wurde er von hinten von den Beinen geholt und der Unparteiische sprach einen Penaltyschuss aus. Martin Beneš ließ sich diese Chance nicht entgehen, verlud gekonnt Guryca und brachte die Kobras gut 12 Minuten vor dem Ende auf 2 Tore heran.
Doch trotz aller Anstrengungen und Möglichkeiten der Dinslakener sollte kein weiterer Treffer mehr fallen. Im Gegenteil: Als Milan Vanek knapp 2 Minuten vor Schluss versuchte, mittels einer personellen Überzahl an Feldspielern den Anschlusstreffer zu erzielen, indem er Marvin Frenzel vom Eis beorderte, nutze R.J. Reed einen Pass von Kevin Lavallee zum 6:3 Endstand für die Hausherren.

Kurz vor Schluss gab es unter einigen Akteuren beider Mannschaften noch einen intensiven Meinungsaustausch, der sich sogar bis nach der Verabschiedung hinzog. Bleibt zu hoffen, dass dort nicht auch für das am Dienstag in Dinslaken stattfindende Rückspiel Verabredungen getroffen wurden. Dennoch kann es nicht schaden, wenn die Eismeister der Schlangengrube im Vorfeld nachschauen würden, ob die Strafbanktüren gut geölt sind.

Im Nachgang wurden noch R.J. Reed auf Seite der Hausherren und Marvin Frenzel auf Seite der Gäste zu den Spielern des Abends geehrt.

Da die Hammer Eisbären am gestrigen Abend zwei Punkte aus Herford entführen konnten, sind die Playoffs selbst rechnerisch für die Kobras nur noch möglich, wenn jetzt alle 4 restlichen Spiele gewonnen werden. Das erste davon beginnt morgen Abend um 19:00 Uhr in der Schlangengrube. Gegner ist der derzeitige Tabellenzweite, die Bären aus Neuwied.

EG Diez – Limburg – Dinslakener Kobras:                 6:3 (4.0; 1:0; 1:3)

Torschützen Diez – Limburg:                                       Reed (3), Lavallee, Seifert, Firsanov
Torschützen Dinslaken:                                                  Taraschewski, Hauptig, Beneš

Strafminuten Diez – Limburg:                                     14 + 10 (Firsanov)
Strafminuten Dinslaken:                                                20 + 10 (Frenzel)