Sieg auf dem letzten Drücker

Nur noch 4 Sekunden Spielzeit zeigte die Stadionuhr, als Martin Beneš den Puck zum entscheidenden 8:7 über die Torlinie drückte und Schiedsrichter Todam die entsprechende Handbewegung für dessen Gültigkeit ausführte.

Zuvor hatten die Zuschauer kein hochklassiges, jedoch jederzeit spannendes Spiel mit 15 Treffern gesehen, bei denen den Trainern Benske und Vanek die Nackenhaare zu Berge gestanden haben dürften. Denn so eine Torflut ist für viele Zuschauer das Salz in der Suppe, verursacht aber bei den Übungsleitern schon mal Magenkrämpfe, denn sie sehen dahinter die unzureichende Defensivarbeit ihrer Mannschaft.

Während des Spielverlaufes wechselte die Führung immer wieder. Aus einem 0:2 machte die Vanek – Truppe ein 4:2, ließ sich im Anschluss aber diese Führung innerhalb von 46 Sekunden wieder aus den Händen nehmen. Der Schock darüber saß tief und die Hausherren mussten sich nun klug vorgetragenen Angriffen der Gäste erwehren. Doch irgendwie war da der Wurm drin und der NEV konnte auf 6:4 davonziehen.

Auch im Schlussabschnitt kämpften beide Mannschaften mit offenem Visier und rissen die Zuschauer von einem Gefühlsextrem ins andere. Nachdem die Dinslakener zum 6:6 egalisiert hatten waren jetzt wieder die Gäste an der Reihe. Bei 48:54 gingen sie wieder mit einem Tor Vorsprung in Führung. Als 93 Sekunden vor der Schlusssirene Philipp Heffler mit dem 7:7 die Schlangengruppe zum Jubeln brachte, waren alle Zeichen auf Overtime gestellt. Doch eine Strafzeit gegen einen Spieler des NEV bescherte den Giftschlangen noch eine Überzahlsituation. Und tatsächlich passierte 4 Sekunden vor dem Ende das, was sich alle Kobra – Fans gewünscht, aber kaum einer so wirklich dran geglaubt hatten: Der Puck zappelte im Netz und Martin Beneš durfte sich überschwänglich feiern lassen, während die Enttäuschung der Benske – Truppe deutlich anzusehen war.

Der Fairness halber muss man sagen, dass diese drei Punkte für die Hausherren schon ein wenig glücklich waren, eine Punkteteilung in irgendeiner Form wäre wohl gerecht gewesen.

Milan Vanek bescheinigte seiner Mannschaft in der anschließenden Pressekonferenz erneut Moral, da sie immer wieder zurückgekommen ist. „Wir haben 2:4, 4:6 und 6:7 zurückgelegen und sind immer wieder zurückgekommen. Dass wir am Ende gewonnen haben, lag unter anderem auch daran, dass ich einiges riskiert habe. Ich habe zum Ende hin zunächst auf 4 Stürmer und einen Verteidiger, dann sogar auf 5 Stürmer umgestellt und diesmal ist das Risiko belohnt worden. Dass die Entscheidung so kurz vor Ende gefallen ist, ist für Neuss natürlich bitter, aber ein Spiel dauert 60 Minuten und die Kobras kämpfen 60 Minuten. Am Dienstag haben wir eine Videoanalyse und dann werden wir die Fehler von heute und von Freitag besprechen. Ich hoffe, dass die restlichen Verletzten bald wieder zur Verfügung stehen, damit ich nicht in jedem Spiel die Reihen neu zusammenstellen muss. Außerdem geht das ganz klar an die Substanz der verbliebenen Spieler“, äußerte sich Milan Vanek im Restaurant der Schlangengrube.

Aber auch Daniel Benske war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht unzufrieden:“ Es ist natürlich heftig, das Spiel 4 Sekunden vor Ende zu verlieren, wir haben uns gut präsentiert und wir werden weiterarbeiten und dann wird es irgendwann auch mal passen“, gab der Neusser Coach zu Protokoll.

Dinslakener Kobras – Neusser EV:               8:7 (1:2; 3:4; 4:1)

Torschützen Dinslaken:                                  Parker (3), Beneš (2), Heffler (2), Appelhans

Torschützen Neuss:                                          Popek (3), Bineschpayouh, Bleyer, Wolter, Lahmer

Strafminuten Dinslaken:                                10

Strafminuten Neuss:                                       14