Der Meister war zu stark

Dass ein Sieg der Kobras in der Partie bei den Herforder Dragons eine Mammut – Aufgabe darstellen würde, war bereits im Vorfeld klar. Und deshalb benötigte der kleine Kader der Niederrheiner viel Glück, einen nachlässigen Gegner oder ein kleines Wunder, aber all dies ist gestern Abend nicht geschehen.
Die Giftschlangen kämpften wie immer aufopferungsvoll, was auch von beiden Trainern in der anschließenden Pressekonferenz bestätigt wurde, aber gegen ein in ihren Reihen ausgeglichenes Team aus Herford, bei der jede Reihe läuferisch und spielerisch ihrer gegenüber überlegen war, war einfach nicht mehr drin.
Somit geht das 5:2 für die Westfalen völlig in Ordnung.


Für die Gäste nahm das Unheil seinen Lauf, als die Dinslakener in der 10. Spielminute während einer Überzahlsituation von cleveren Dragons ausgekontert wurden. Herfords Kapitän Nils Bohle hielt von halblinks einfach mal drauf, Marvin Frenzels Fanghand griff ins Leere und der Puck zappelte im Netz.
Zwei Spielminuten später schnappt sich Kevin Rempel auf der rechten Seite in der neutralen Zone den Puck, überlief die Dinslakener Verteidigung und ließ auch Marvin Frenzel beim 2:0 keine Chance. Eine Sekunde vor Drittelende hätte es auch 3:0 stehen können, aber Marvin Frenzel blieb im Penalty – Duell gegen Gilliaume Naud der Sieger.

Dieses 3:0 ereignete sich dafür in der 28. Spielminute im Mittelabschnitt. Und diesmal war ein wenig Pech dabei. Ein Schuss vor die Torwart – Maske von Frenzel irritierte den Dinslakener Schnapper, der wohl auch einen Pfiff des Unparteiischen erwartet hatte. Doch dieser ließ das Spiel laufen und der unmittelbare Nachschuss von Nils Bohle traf dann ins Schwarze.
Bei Dragons – Treffer Nummer 4 fühlte sich keiner der Dinslakener Akteure für Leon Nasebandt zuständig, der fast von der Bande aus den Puck einen halben Meter parallel zur Torlinie führte, ohne dass sich ein Dinslakener Akteur seiner annahm. So nutzte er dann auch noch diesen Freiraum um Marvin Frenzel zu überwinden und stellte damit bei 35:15 die Anzeige auf 4:0.
93 Sekunden später dann das erste Lebenszeichen der Dinslakener. Analog zu dem Treffer von Kevin Rempel zog nun ach Jesse Parker, von der neutralen Zone aus startend, durch zwei Herforder Verteidiger hindurch und machte Kieren Vogel im direkten Duell zum zweiten Sieger.
Doch nur weitere 2 Minuten später waren die Hoffnungen des mitgereisten Dinslakener Anhangs zerstört, die auf eine jetzt beginnende Aufholjagd gehofft hatten. Zu stark präsentierte sich der Meister. Diesmal in Person von Tim Schürstedt, der einen 2 auf 1 – Konter der Hausherren souverän abschließen konnte.


Ein schön vorgetragenes Überzahlspiel im Schlussdrittel bescherte den Gästen in der 56. Spielminute den zweiten Treffer. Durch geduldiges Aufbauspiel hatten sie sich die vier Dragons „zurechtgelegt“ und als sich dann die Lücke für Martin Beneš kurz hinter der blauen Linie auftat, ließ sich der Tscheche nicht zweimal bitten und hämmerte das Spielgerät in den rechten oberen Winkel.
Milan Vanek nahm schon dreieinhalb Minuten vor Ende der Partie seinen Schlussmann zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch keines der beiden Teams konnte bis zum Schlusspfiff daraus zählbares Kapital schlagen.

In der anschließenden Pressekonferenz gab Kobra – Coach Vanek folgendes zu Protokoll: „Glückwunsch an Jeff Job und nach Herford für diesen Sieg. Wie immer haben wir aufopferungsvoll gekämpft´, doch Herford war heute in allen Belangen besser. Damit meine ich vor allem die Bereiche Torschussqualität, Kombinationssicherheit und läuferische Qualität. Ich denke, wir hätten noch 60 Minuten dranhängen können, es wäre trotzdem nichts für uns dabei herausgekommen.
Und in Anbetracht der Tatsache, dass dich von meiner Kaderliste für den heutigen Abend 10 Spieler streichen musste, wir nur mit zwei nominellen Verteidigern angereist sind und ich dafür zwei Stürmer nach hinten beordern musste, ist eine 2:5 – Niederlage gegen einen starken zweimaligen Meister gar nicht so schlecht. Ich hoffe, dass jetzt bald die kranken und verletzten Spieler wieder in den Kader zurückkehren, damit wir auch unter der Woche mal wieder vernünftig trainieren können. Aber mit dem, was wir heute zur Verfügung hatten, war einfach nicht mehr drin.
Dennoch hat man gesehen, dass wir bis zum Schluss gekämpft haben, denn Kobras geben niemals auf“.

Morgen geht es für die Giftschlangen nach Ratingen, wo es um die Verteidigung des fünften Tabellenplatzes geht. Dort wird es zwischen den Pfosten eine Veränderung geben. Denn nachdem Dennis Kohl sein Karriereende eingeläutet hat und sich Marvin Frenzel am Sonntagabend mit seinem Skaterhockey – Team der Essener Rockets im Finale um die Deutsche Meisterschaft befindet, rückt Torhüterin Frederike Trosdorff nach, die mit einer Förderlizenz der U20 der Duisburger Füchse ausgestattet ist. Sie wird morgen gemeinsam mit Lucas Eckardt das Goalie – Duo der Giftschlangen bilden.
Hier ein kurzer Reminder für diejenigen, die sich nicht mehr an Frederike erinnern. Sie war die Torfrau der Duisburger Füchse beim Vorbereitungsspiel in der Schlangengrube gegen unsere Kobras (Endstand 1:4) und lieferte an diesem Abend eine beeindruckende Leistung ab.
Die Kobras wünschen der 20-jährigen nicht ganz uneigennützig einen guten Einstand in der Schlangenhaut.

Herforder EV – Dinslaken Kobras:               5:2 (2:0; 3:1; 0:1)

Torschützen Herford:                                      Bohle (2), Rempel, Nasebandt, Schürstedt
Tore Dinslaken:                                                 Parker, Beneš

Strafminuten Herford:                                    12
Strafminuten Dinslaken:                                 6