Kobras müssen sich den Hammer Eisbären geschlagen geben

Das Fazit vorweg: Dass der 6:4 –  Gäste – Sieg aufgrund der etwas größeren Spielanteile in Ordnung geht, ist Fakt. Dennoch hätte sich kein Eisbär beschweren dürfen, hätten die Kobras mindestens einen Punkt nach 60 Spielminuten oder sogar mehr ergattert hätten.

Dass langsam aber sicher die Langzeitverletzten zurückkehren, zeigte schon gestern erste Wirkung. Die Giftschlangen erarbeiteten sich gerade im ersten Abschnitt immer wieder aussichtsreiche Tormöglichkeiten, doch fehlende Kaltschnäuzigkeit, fehlendes Scheibenglück und gute Defensivarbeit der Gäste wechselten sich bei den Einschussgelegenheiten der Niederrheiner ab. In der 8. Spielminute verhinderte Marvin Frenzel dafür mit einem Monster – Save die Führung der Gäste, die dann doch 3 Minuten Später Realität werden sollte. Kontingentspieler Milan Svarc ließ sich als Erster in den Spielberichtsbogen eintragen. Im unmittelbaren Anschluss hatte der zurückgekehrte Philipp Heffler eine gute Gelegenheit auf halblinks, scheiterte aber an Gäste – Goalie Marius Dräger. Die erste Sirene unterbrach alle weiteren Bemühungen.

Es waren noch nicht alle Zuschauer nach der Drittelpause wieder auf ihren Plätzen, da schlug der Puck zum zweiten Mal hinter Frenzel ein. Von außen betrachtet machte er bei diesem Treffer, erneut von Milan Svarc erzielt, keine gute Figur. Die Tatsache, dass er aber keinerlei Reaktion zeigte, lässt vermuten, dass ihm die freie Sicht auf das Spielgerät komplett versperrt war.
Als die Eisbären nur gut 3 Minuten später zum dritten Mal erfolgreich waren, dachten die meisten Besucher, dass die Partie bereits entschieden sei.
Doch Martin Beneš erweckte in der 26. Spielminute mit dem ersten Tor des Abends für die Giftschlangen wieder die Lebensgeister seiner Mitspieler.

In der 30. Spielminute folgte dann die wahrscheinlich Spiel – entscheidende Szene. Philipp Heffler schnappte sich in der neutralen Zone die schwarze Hartgummischeibe, düpierte die Gäste- Abwehr und hämmerte den Puck am langen Pfosten sehenswert in die Maschen. Dabei berührte der Puck den linken Innerpfosten, durchquerte das Tor und rutschte dann auf der anderen Seite des Kastens wieder zurück ins Spielfeld. Alle in der Eishalle anwesenden Personen hatten diese Spielszene so gesehen und als Tor gewertet, leider aber das Unparteiischen – Gespann nicht. Keiner von ihnen hatte wohl gesehen, dass der Puck die Linie, nachdem er vom Innenpfosten abgeprallt war, zunächst ins Tor gerutscht und erst im Anschluss wieder vor die Torlinie gerutscht war. Somit versagte das Schiedsrichtergespann diesem Treffer die Anerkennung. Auf der Dinslakener Bank war man so wütend, dass jemand ein Klemmbrett auf das Eis warf. Dies zog eine weitere 2-Minuten-Strafe nach sich, die die Westfalen eiskalt und clever durch Aaron Reckers ausnutzten. Anstelle von 2:3 stand es nun 1:4. Gut für die weitere Motivation der Hausherren war die Tatsache, dass Leon Taraschewski mit einem herrlichen Solo 7 Sekunden vor der zweiten Drittelpause den Abstand auf zwei Treffer verkürzen konnte.

Leider schienen die Hausherren zu Beginn des Schlussabschnitts mental noch in der Kabine zu sein, denn als dieser Abschnitt nur 33 Sekunden alt war, führten Zuordnungsprobleme dazu, dass Kevin Orendorz nur 2m vor Marvin Frenzel völlig blank zum Schuss kam und bei so etwas lässt sich ein ehemaliger DEL – Spieler nicht zweimal bitten.
Doch inzwischen haben die Kobras ihre Tugenden, die sie immer ausgezeichnet hatten, wieder entdeckt und so dauerte es nur gerade einmal 10 Sekunden, bis Stefan Dreyer die Vanek – Truppe wieder auf zwei Treffer heranbrachte. Gut vier Minuten später sahen die Zuschauer eine Art Pärchenbildung, wobei jeder auf dem Eis seinem Gegenüber mal so richtig erzählen wollte, wie er das Spiel gesehen hatte. Im Anschluss füllten sich die Strafbänke. In jeder Kühlbox hatten 3 Akteure Platz genommen. Doch das Fehlen der sechs Spieler blieb für das Ergebnis ohne Folgen.

Als dann Philipp Heffler in der 50. Spielminute doch noch einen Treffer anerkannt bekam, glaubten nicht Wenige, der Ausgleich läge in der Luft. Doch Kevin Thau zerstörte mit dem Tor Nummer 6 alle Hoffnungen der Heimmannschaft und deren Anhang. Auch die Maßnahme, Marvin Frenzel für einen sechsten Feldspieler aus dem Tor zu holen, blieb ohne Erfolg.

Stürmer Stefan Dreyer sah die Partie wie folgt:“ Zunächst einmal möchte ich ein Kompliment an die gesamte Mannschaft loswerden. Wir haben uns gegenüber dem letzten Spiel weiter gesteigert. Ich bin sogar der Meinung, dass wir mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten. Und den hätten wir uns auch geholt, wenn das Tor – was übrigens ganz klar eines war – von den Schiedsrichtern anerkannt worden wäre. Aber das lässt sich ja nun nicht mehr ändern. Ein Kritikpunkt bleibt trotzdem: Die ein oder andere Strafe war nicht nötig. Dadurch haben wir wieder 2 Tore kassiert. Daran müssen wir noch härter arbeiten“, bleibt Dinslakens #11 aber auch selbstkritisch.

Trotz der Niederlage ist ein Aufwärtstrend bei den Kobras zu erkennen. Hoffentlich dauert es nicht mehr lange, bis die restlichen verletzten Spieler wieder zum Kader stoßen, damit die Kobras bald wieder ihr komplettes Leistungsvermögen abrufen können.

Dinslaken Kobras – Hammer Eisbären:                     4:6 (0:1; 2:3; 2:2)

Torschützen Dinslaken:                                                  Beneš, Taraschewski, Dreyer, Heffler
Torschützen Hamm:                                                        Svarc (2), Pietzko, Reckers, Orendorz, Thau

Strafminuten Dinslaken:                                                26
Strafminuten Hamm:                                                     20