Im Halbfinale war Schluss

Als Fan der Dinslaken Kobras hat man es in diesen Tagen nicht gerade leicht: Entweder ist der Auftritt des Teams „himmelhochjauchzend“ oder „zu Tode betrübt“. Gestern stand mal wieder Zweiteres an – unverständlicherweise. Denn man spielte gegen die gleichen Ratinger, gegen die man vor gut 2 Wochen noch 5:1 gewonnen hatte. Gestern hatte man mit Ausnahme von vielleicht 5 Spielminuten im Schlussdrittel nie das Gefühl, dass die Dinslakener die Partie hätten gewinnen können.
Und so ging das Dinslakener Team mit ihrem Pokalhalbfinale – trotz guter Leistung 3 Tage zuvor im belgischen Leuven – sang- und klanglos gestern Abend in der Eishalle am Sandbach mit 1:5 unter.

Damit blieb die einmalige Chance ungenutzt, den Titel eines Pokalsiegers nach Dinslaken zu holen.

Ausgerechnet bei diesem Spiel zeigte die Vanek – Truppe eine Leistung, die man getrost am unteren Ende der Skala dessen, was die Giftschlangen bis hierher in dieser Spielzeit gezeigt haben, ansiedeln darf.

Während die Hausherren die Zeichen der Zeit erkannt zu haben schienen, war man seitens der Gäste in den meisten Belangen unterlegen. Ohne die Leistung der Hausherren schmälern zu wollen; es gibt Parameter, die einfach greifen müssen, will man ein spielerisch überlegenes Team schlagen: Kampf- und Laufbereitschaft, unbedingter Siegeswille und Disziplin. Doch auch in diesen Parametern war die Vanek – Truppe gestern Abend zweiter Sieger. Und so war die Niederlage als solches wenig verwunderlich. Obwohl personell aufgestockt, war der Auftritt nicht mit dem in Leuven drei Tage zuvor vergleichbar. Zwar waren Benni Hüsken, Leon Taraschewski und sogar die noch angeschlagenen Sven Schiefner und Martin Beneš aufgeboten, doch das Plus an Personal wirkte sich nicht positiv auf die Gesamtleistung aus.

In der 5. Spielminute nahm das Unheil seinen Lauf: Während eines Spielaufbaus verlieren die Kobras den Puck in Höhe der roten Linie. Tim Brazda schickt Thomas Dreischer auf die Reise und Marvin Frenzel hat das Nachsehen. Für den Rest des Drittels muss man festhalten, dass die Kobras ein paar wenige Chancen hatten, die bessere Spielanlage hatten aber eindeutig die Aliens. Doch die Verteidigung der Dinslakener war in diesem Zeitrahmen relativ stabil und somit fiel kein Treffer, weder hüben noch drüben, trotz einer XXL – Chance durch Dennis Appelhans. An Tagen wie diesen begibt es sich auch, dass 2 Szenen, in denen Dinslakener Spieler die Opfer waren, nicht gepfiffen werden, auf der anderen Seite ein leichter Schubser eines Dinslakener Spielers direkt in die Kühlbox führt. Aber nur um es unmittelbar klarzustellen: Die Schiedsrichter sind nicht für die Niederlage verantwortlich. So ging es in die erste Pause. Schon zu diesem Zeitpunkt war die Führung verdient.

Im Mittelabschnitt zunächst das gleiche Bild, bis zum Moment, als die Gäste eine Überzahlchance erhielten. Im gegnerischen Drittel verloren sie das Spielgerät, die Aliens fuhren einen 2 auf 1 Konter und wieder hatte Marvin Frenzel das Nachsehen.

Im Anschluss stellten die Hausherren auf eine defensivere Spielanlage um, die auf Konter ausgelegt war. Dies bewilligte zwar den Gästen mehr Spielanteile, aber eine vielbeinige Aliens – Abwehr vor Felix Zerbe verhinderte den ersten Kobra – Treffer. Mehr als einmal entstand ein Spielerknäul vor dem gegnerischen Gehäuse, doch die Dinslakener vermochten es nicht, den Puck über die Torlinie zu bringen. Glasklare Chancen seitens der Niederrheiner waren zu diesem Zeitpunkt Mangelware. Nichtsdestotrotz blieben die Aliens immer wieder durch gelegentliche Konter gefährlich.
Schon jetzt lag die körperliche Hauptaktivität der Dinslakener Fans, denen man durchaus ein feines Gespür zutrauen darf, im Kopfschütteln und Augenrollen.

Das Spielgeschehen sollte sich zu Beginn des letzten Abschnitts aber dann auch ändern. Denn Leon Taraschewski hatte Wut im Bauch. Das heißt in der Regel nichts Gutes für den Gegner. So auch diesmal: Er schnappte sich im eigenen Drittel auf der rechten Seite den Puck, wählte den direkten Weg zum Tor ohne sich dabei um seinen Gegen- oder Mitspielerspieler zu kümmern und hämmerte das Spielgerat oben links in den Winkel, unhaltbar für Felix Zerbe. Neuer Spielstand 1:2

Im Anschluss kamen die Minuten, in denen beide Mannschaften gleichwertig waren. Aber es dauerte maximal nur 10 Minuten. Dann folgte eine wegweisende Szene: ein Befreiungsschlag der Ratinger rutschte um Millimeter am rechten Pfosten vorbei. Marvin Frenzel hatte diesen Schuss als unerlaubten Weitschuss gewertet, wonach es hätte ein Abpfiff inklusive eines Anspiels in der gegnerischen Zone hätte geben sollen. Der Linesman ließ aber weiterspielen und während ein Teil der Kobra – Mannschaft ihre Aktivitäten nahezu eingestellt hatten, stibitzten die Aliens den Puck, beförderten ihn vors Tor von Marvin Frenzel und erzielten das 3:1 in der 52. Minute. Dies war die Vorentscheidung. Die Dinslakener gaben sich mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr auf und die Treffer 4 und 5 für die Hausherren durch Dennis Fischbuch und erneut Thomas Dreischer waren nur die logische Folge.

Die Zuschauer des kommenden Wochenendes dürfen sich freuen, denn eigentlich ist seitens der Giftschlangen nun wieder eine sehr gute Leistung angesagt.

Aber makaberer Scherz beiseite: Es wird Zeit, dass Konstanz in die Leistungen der Dinslakener einzieht. Dass sie es können, haben sie schon mehrfach unter Beweis gestellt. Fangen wir doch am kommenden Wochenende damit an.

Ratinger Ice Aliens – Dinslakener Kobras: 5:1 (1:0; 1:0; 3:1)

Torschützen Ratingen:                                                                   Dreischer (2), Clemens, Fischbuch, Maas

Torschütze Dinslaken:                                                                    Taraschewski

Strafminuten Ratingen:                                                                 4

Strafminuten Dinslaken:                                                               4