Kobras zeigen wieder ihr zweites Gesicht

Stark gespielt gegen Meister Herford, stark gespielt in Neuwied, schwacher Auftritt gegen Neuss und wer die bislang beste Saisonleistung letzten Sonntag in Diez – Limburg miterleben durfte, konnte sich gestern bei der 2:4 – Niederlage in Ratingen nur verwundert die Augen reiben. Das soll dieselbe Mannschaft gewesen sein?

Dass die Eishalle am Sandbach kein gutes Pflaster für die Kobras ist, hat Tradition. Dennoch ist dieser Leistungsunterschied zwischen dem vergangenen Sonntag und gestern Abend für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Während das Team von Trainer Andrej Fuchs über 60 Minuten Gedanken- und Reaktionsschneller war, musste man als Dinslakener Fan eine hohe Fehlpassquote und höchstens eine Hand voll gewonnener Bullies seines Teams registrieren.
Mit zunehmender Spieldauer wurde die zudem die Dominanz der Hausherren immer größer. Im letzten Abschnitt kamen die Kobras teilweise minutenlang nicht aus ihrem eigenen Verteidigungsdrittel heraus. Dass das Ergebnis dennoch nur relativ knapp ausfiel, ist der einigermaßen funktionierenden Defensivarbeit der Gäste und einer guten Portion Glück zu verdanken, denn nicht nur einmal zischte der Puck nur um Millimeter am Dinslakener Gehäuse vorbei.
Und wenn’s dann mal so gar nicht läuft, passieren dann auch Dinge wie diese: Nach einem Check gegen das Knie musste Sven Schiefner verletzt aufgeben, eine genaue Diagnose steht noch aus. Und dann die Geschichte mit der Strafe gegen Benni Hüsken. Bei einem ganz normalen Spielaufbau, als der Puck in Bandennähe geführt wurde, prallte der Dinslakener Kapitän mit der Linesfrau zusammen. Diese wertete dies als Angriff auf sie und nach Rücksprache mit der Hauptschiedsrichterin wurde Dinslakens Kapitän mit einer Spieldauerstrafe vorzeitig unter die Dusche geschickt. Dass er dadurch morgen gegen die Hammer Eisbären ebenfalls gesperrt ist, ist selbsterklärend. Aber weder die Schiedsrichterleistung noch das Ausscheiden der beiden Akteure kann als Grund für diese Niederlage herangezogen werden.

Dabei fing es eigentlich perfekt für die Giftschlangen an. Nach nur 9 Spielsekunden fand sich Ratingens Thomas Dreischer nach einem Bandencheck auf der Strafbank wieder und die Vanek-Truppe hatte das erste Überzahlspiel der Partie. Martin Beneš nutzte das Überraschungsmoment zum 0:1, als er Felix Zerbe mit einem Schuss über dessen Schulter ins kurze linke Eck überraschte. Nicht nur der Ratinger Goalie hatte wohl mit einem Querpass gerechnet.
In der Folgezeit übernahmen die Hausherren langsam aber sicher das Kommando. Wie aber schon eingangs erwähnt, ließ die Dinslakener Defensive zunächst keinen Treffer zu. Im Gegenteil: Zu Ende des ersten Abschnitts bot sich den Gästen die Möglichkeit, durch die 5-Minuten Strafe von Marco Clemens und einer gleichzeitig zu verbüßenden 2 Minuten – Strafe von Tim Brazda sogar 105 Sekunden lang die Möglichkeit, bei doppelter Überzahl auf 2:0 zu stellen, doch sie ließen diese Möglichkeit verpuffen.

Und so kam das, was kommen musste: Kaum waren die Ice Aliens wieder komplett, erzielten sie, durch Zuordnungsprobleme in der Dinslakener Hintermannschaft begünstigt, den 1:1 – Ausgleich durch Felix Kessinger.
Als dann in der 28. Spielminute Henrik Müller das Sünderbänkchen drücken musste, erspitzelten sich die Dinslakener Kontingentspieler das Spielgerät und liefen 2 auf 1 auf das Tor von Felix Zerbe zu und konnte ihn am Ende des Spielzuges dann auch überwinden. Die 2:1 – Führung durch Martin Beneš sollte aber nur 6 Minuten bestand haben, denn Thomas Dreischer erzielte aus dem Gewühl heraus reaktionsschnell den Ausgleichstreffer. Beim Spielstand von 2:2 ging es zum zweiten Mal in die Kabine.

Die erste Hälfte des Schlussabschnitts zeigte eine deutlich dominante Ratinger Mannschaft, die ihre Anstrengungen in der 52. Minute mit dem 3:2 – Anschlusstreffer durch Tim Brazda belohnten. Zwar bemühten sich die Kobras im weiteren Verlauf um den Ausgleich, doch dieser sollte nicht mehr gelingen. Auch nicht, als Milan Vanek seinen Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers opferte. Im Gegenteil: Thomas Dreischer machte mit seinem zweiten Treffer das 4:2 – Endergebnis fix.

Auch Dinslakens Flügelstürmer Dominick Spazier sah in den Ratingern das bessere Team: “ Ratingen hat verdient gewonnen. Leider konnten wir das, was wir uns im Vorfeld für die Partie vorgenommen haben, nicht umsetzen. Dass wir im Moment nach 5 Spielen 4 Punkte haben, hatten wir uns alle auch anders vorgestellt. Wir müssen diese Partie schnellstmöglich abhaken und weiterarbeiten. Dabei ist es wichtig, dass wir uns am Ende eines Spiels auch mal mit Punkten belohnen“.

Dazu bietet sich ihnen morgen Abend um 19:00 Uhr in der Schlangengrube, bei der Begegnung gegen die Hammer Eisbären, die nächste Gelegenheit. Bleibt zu hoffen, dass die Kobras dann wieder das andere Gesicht aufsetzen.  

Inzwischen ist auch das Halbfinale des NRW – Pokals zwischen den Ratinger Ice Aliens und den Kobras terminiert.
Beide Vereine einigten sich auf den Dienstag, den 19.11.2019. Spielbeginn wird dann um 20:00 Uhr sein. Spielort ist dann wieder die Eishalle am Sandbach in Ratingen.

Ratinger Ice Aliens – Dinslakener Kobras:   4:2 (0:1; 2:1; 2:0)

Tore Ratingen:                 Dreischer (2), Kessinger, Tim Brazda
Tore Dinslaken:               Beneš (2)

Strafminuten Ratingen:      13 + SD (Clemens)
Strafminuten Dinslaken:    17 + SD (Hüsken)