Knappe Niederlage in Neuwied

Ein Unentschieden nach 60 Spielminuten war für die Kobras am gestrigen Abend durchaus im Bereich des Möglichen – am Ende sollte es aber nicht sein.


Dass das Endergebnis überhaupt so knapp ausfiel, war zu Beginn der Partie überhaupt nicht zu erwarten. Denn die Voraussetzungen, ein gutes Spiel abliefern zu können, waren für die Gäste suboptimal.

Zunächst kam der Bus, der sie nach Neuwied bringen sollte, knapp 1 Stunde zu spät an der Schlangengrube an und die Fahrt selbst war eine einzige Aneinanderreihung von Staus. Eigentlich sollte das Match um 19:00 Uhr beginnen, doch dies ließ sich aufgrund der späten Ankunft der Kobras nicht mehr aufrechterhalten. Das Warmup für die Dinslakener wurde auf gut 5 Minuten eingekürzt, um eine noch größere Verzögerung zu vermeiden.

Als es dann losging, mussten sich die Gäste erst einmal pfeilschnellen Angriffen der Bären erwehren. Lucas Eckardt, der an diesem Abend das Tor der Giftschlangen hütete, stand von Beginn an unter Beschuss, machte aber seine Sache sehr ordentlich.
Nach 5 Minuten hatten sich die Gäste vom ersten Druck freigeschwommen und kreierten ihrerseits erste Angriffe auf das Gehäuse von Felix Köllejan. Doch gerade, als man nahezu gleichwertig war, fiel das erste Tor für die Bären. Ein Missverständnis beim Spielaufbau aus der eigenen Zone heraus nutzte Neuwieds Kapitän Fröhlich, um dazwischen zu sprinten. Er erahnte den Pass, schnappte sich den Puck und verlud Eckardt zum 1:0.
Die Kobras zeigten sich nicht geschockt und spielten weiter munter mit. Sie erarbeiteten sich einige Chancen, jedoch der Abschluss blieb jeweils harmlos. Den Torerfolg machten sie sich aber auch durch eine unerklärlich hohe Fehlpassquote selbst schwer. Die Gastgeber hingegen waren im ersten Abschnitt deutlich passsicherer und belohnten sich dann auch in der 19. Minute selbst mit dem 2:0. Shahab Aminikia war bei einer 2 auf 1 – Kontersituation der Puck-führende Spieler und hätte durchaus zu seinem Mitspieler passen können. Er entschied sich aber selbst für den Abschluss und hämmerte den Puck Lukas Eckardt durch die Beine. Etwas später ertönte die Pausensirene zum ersten Mal.


Die Zuschauer sahen dann im zweiten Abschnitt ein zerfahrenes Spiel auf beiden Seiten. Die größeren Spielanteile lagen auch im Mitteldrittel beim Tabellenzweiten, doch insgesamt plätscherte die Partie nur so vor sich hin. Die Niederrheiner mischten zwar mit, nur Torgefahr wollte kaum aufkommen. Bis zur 32. Spielminute. Da fasste sich Martin Beneš bei einem Angriff der Dinslakener mal ein Herz. Bei seinem Schlagschuss, halbhoch ins lange Eck, wirkte Köllejan ein wenig überrascht, war aber letztlich machtlos. Von nun an waren die Kobras ein gleichwertiger Gegner. Allerdings blieb das Spiel im Mittelabschnitt zerfahren.


Im Schlussdrittel sahen die Zuschauer dann wieder besseres Eishockey. Neuwied war immer noch die spielerisch bessere Mannschaft, aber die Giftschlangen hatten schon das ein oder andere Mal die Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen. Doch das gute Stellungsspiel von Köllejan gepaart mit fehlender Toreffizienz der Kobras verhinderte das Unentschieden. Dafür hielt die Dinslakener Defensive. Doch in der 48. Minute war auch diese geschlagen. Aus einem Gewühl vor Lucas Erhardt heraus bugsierte Neuwieds Amerikaner Jeff Smith den Puck über die Torlinie. Der alte 2-Tore-Abstand war wiederhergestellt.
Im weiteren Verlauf agierten die Dinslakener verständlicherweise immer offensiver, ohne jedoch etwas Zählbares dabei zu erzielen. Milan Vanek nahm dann gut 2 Minuten vor dem Ende der Begegnung Goalie Eckardt aus dem Gehäuse und ließ sein Team mit 6 Feldspielern agieren. Mit Erfolg, denn Philipp Heffler konnte noch einmal auf 3:2 verkürzen. Leider waren im Anschluss nur noch 8 Sekunden zu spielen. Dies reichte dann nicht mehr, um wenigstens einen Punkt aus dem Icehouse entführen zu können.

Fazit: Die Hausherren waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft und es hätte durchaus 2-3 Treffer mehr für die Bären geben können.
Andererseits hätten diese sich nicht beschweren dürfen, wenn einer der Dinslakener Angriffe bei einer etwas besseren Toreffizienz der Giftschlangen zum Ausgleich nach 60 Minuten geführt hätte.

Dinslakens Kapitän Benni Hüsken hat die Begegnung wie folgt eingeordnet:
„Nach der verkorksten Anfahrt und der verkürzten Warmlaufphase hatten wir es zunächst schwer gegen die Hausherren, die uns im ersten Drittel wie die Feuerwehr bestürmten. Ab dem Mittelabschnitt kamen wir dann besser ins Spiel, haben selbst Torschüsse gehabt und hinten hat Lucas einen super Job gemacht. Im letzten Drittel habe ich uns noch besser gesehen, doch da fehlte uns ein wenig Scheibenglück. Das müssen wir uns durch noch härteres Arbeiten erzwingen, dann klappt es auch beim nächsten Mal mit einem Dreier gegen Neuwied.

EHC Neuwied – Dinslakener Kobras                           3:2 (2:0; 0:1; 1:1)

Torschützen Neuwied:                                                    Fröhlich, Aminikia, Smith
Torschützen Dinslaken:                                                  Beneš, Heffler

Strafminuten Neuwied:                                                 10
Strafminuten Dinslaken:                                               10