Kobras zogen sich achtbar aus der Affäre

Dritte Spielminute: Mit langem Schläger erzielt Joey Menzel den Führungstreffer für die Kobras

Gegen den Vizemeister Ratinger Ice Aliens kann man mal verlieren. Wenn man in Dinslaken spielt, kann dies selbst in Bestbesetzung passieren. Um so höher einzustufen ist die Tatsache, dass eine Dinslakener Rumpftruppe von 14 Spielern nur eine 3:5 (1:2; 1:1; 1:2) – Niederlage kassieren musste. Dabei fehlte es nicht nur zahlenmäßig an Personal, auch qualitativ ging durch den Ausfall diverser Akteure einiges verloren. Denn zu den bekannten Ausfällen Tom Giesen, Sven Linda, Kevin Wilson, und Benni Hüsken gesellten sich noch krankheitsbedingt Philipp Heffler sowie Alex Brinkmann, der arbeitsbedingt passen musste.

Dementsprechend begann die Partie,
wie man es erwarten durfte: Die Hausherren hatten deutlich mehr Spielanteile, die Kobras zeigten sich bei gelegentlichen Kontern bissig. Und ihre Chancen waren nicht ohne: Aus zwei sehr ähnlichen Situationen heraus lief zunächst Gian-Carlo Schöche und dann Dominick Spazier nahezu allein auf Ratingens Goalie Christoph Oster zu. In beiden Fällen blieb der Torhüter aber der Sieger. Besser machte es in der 3. Spielminute Joey Menzel, der einen Puck, den Oster sicher unter seinen Schonern glaubte, einfach durch einmaliges Nachstochern über die Linie drückte. Die Antwort der Hausherren ließ aber nicht all zu lang auf sich warten. Gespielt waren 7 Minuten, als sich Thomas Dreischer im Ratinger Dress an der roten Linie die schwarze Hartgummischeibe schnappte, zentral auf den an diesem Abend gut aufgelegten Felix Zerbe zulief und dabei so gut wie überhaupt nicht von der Kobra-Defensive am Torschuss gehindert wurde. Beim 1:1-Ausgleichstreffer hatte der Dinslakener Schnapper überhaupt keine Abwehrmöglichkeit. Eine weitere Großchance durch Gian-Carlo Schöche, der nach einem Alleingang am rechten Pfosten vorbeischoss, blieb auf Seite der Gäste ungenutzt. Kurz vor Vollendung der 14. Spielminute hatten die Ratinger die Partie zu ihren Gunsten gedreht: Nach einem Schlagschuss

Keine Chance für Felix Zerbe: Thomas Dreischer hat den Dinslakener Goalie gerade überwunden.

von Pascal Behlau konnte Felix Zerbe den Puck nicht festhalten und Tim Brazda versenkte das Spielgerät in Abstaubermanier.

In der 22. Spielminute bestrafte derselbe Akteur einen Wechselfehler der Dinslakener mit dem 3:1, als er ebenfalls allein auf Felix Zerbe zufahren durfte. Doch die Sikorski-Truppe besann sich erneut ihrer Tugenden und kämpfte sich nochmals an den Favoriten heran.  Als sich in der 29. Spielminute das Spielgeschehen im Dinslakener Verteidigungsdrittel abspielte, stahl sich Dinslakens Nummer 8 weg vom Geschehen und postierte sich an der Bande in Höhe der roten Linie. Als dann der Puck zu Mark Essery kam, passte dieser ihn zentimetergenau an. Joey Menzel machte sich im Alleingang auf Richtung Christoph Oster und schob ihm die schwarze Hartgummischeibe „durch die Hosenträger“. Kurz darauf mussten alle mitgereisten Kobra-Fans mal kräftig durchpusten, als Felix Zerbe bei einem Zwei-gegen-Null-Angriff der Ratinger der Sieger blieb.

Das 2:4 aus Sicht der Kobras fiel in der 44. Spielminute. Dass Coach Sikorski in Anbetracht der fehlenden Akteure die Reihen umstellen musste, erklärt sich nahezu von selbst. Dementsprechend gab es auch häufiger Abstimmungsprobleme als gewohnt. Und diese wurden den Kobras bei der einfachen Überzahlsituation zum Verhängnis, als man im gegnerischen Drittel Thomas Dreischer völlig aus den Augen verloren hatte und dieser machte bei seinem zweiten Alleingang auch zum zweiten Mal Felix Zerbe mit seinem Schuss links oben unter die Latte zum zweiten Sieger.
Eine Einzelaktion von Tim Brazda, der quer vor dem Dinslakener Gehäuse die schwarze Hartgummischeibe führte und zwei Dinslakener Verteidiger nicht in der Lage waren, ihn vom Spielgerät zu trennen, führte zum 5:2 und damit zur Vorentscheidung. Die Giftschlangen selbst schafften noch Ergebniskosmetik, als auch sie einen Wechselfehler ihres Gegners mit einem Treffer bestraften. Marvin Linse hatte die Situation am schnellsten erfasst, spielte den Puck dem freistehenden Sebastian Haßelberg (auf dem Beitragsbild links neben Doppeltorschütze Joey Menzel) zu und dieser konnte mit seinem Schuss von halblinks Christoph Oster an diesem Abend zum dritten Mal überwinden. Bis zur Schlusssirene gab es noch Chancen hüben wie drüben, beiden Teams blieb jedoch ein weiterer Treffer verwehrt.

Mark Essery hatte kurz vor Schluss noch die Möglichkeit auf den Anschlusstreffer, doch die Scheibe geht knapp am Pfosten vorbei.

Dieses 3:5 aus Sicht der Niederrheiner ist angesichts der Personalsituation am gestrigen Abend trotz der Tatsache, dass man keine Punkte im Koffer hatte, eine respektable Leistung. Die mitgereisten Fans wussten die Lage richtig einzuschätzen und feierten ihre Mannschaft nach Spielschluss frenetisch. Und viele waren der Meinung, dass diese Partie in Dinslakener Bestbesetzung auch einen anderen Sieger hätte hervorbringen können. Vielleicht hat man ja sogar noch die Chance, dies in den Playoffs zu beweisen, denn eine Konstellation Ratinger Ice Aliens gegen Dinslakener Kobras ist bereits im Viertelfinale durchaus möglich.

In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich auch der Dinslakener Übungsleiter zufrieden: “Ich bin aufgrund der heutigen Personalsituation mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Ich musste die Reihen durcheinandermischen. Viel mehr war am heutigen Abend nicht drin. Wenn wir komplett gewesen wären hätten wir eventuell die ein oder andere Chance mehr reingemacht und wer weiß, wie dann das Spiel ausgegangen wäre. Aber vielleicht sieht man sich ja nochmal in den Playoffs“, resümierte Krystian Sikorski nicht nur das Gesehene, sondern wagte schonmal einen Ausblick auf die bald anstehende Endrunde.

 

Ratinger Ice Aliens – Dinslakener Kobras:                        5:3 (2:1; 1:1; 2:1)

Torschützen Ratingen:                                                         Tim Brazda (3), Dreischer (2)
Torschützen Dinslaken:                                                        Menzel (2), Haßelberg

Strafminuten Ratingen:                                                        12 + 10 (Schumacher)
Strafminuten Dinslaken:                                                       0

Zuschauer:                                                                             415

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