Kobras überraschen in Diez-Limburg

Für diese Momente lebt jeder Spieler, Verantwortliche und Fan:
Mit einem im Vorfeld kaum zu erwarteten 4:3 (1:3; 1:0; 2:0) – Sieg beim Zweitplatzierten Diez-Limburg verlassen die Dinslakener Kobras den letzten Tabellenplatz und übergeben die rote Laterne zumindest kurzzeitig an die gestern spielfreien Luchse aus Lauterbach. Ohne 9! Stammspieler traten die Giftschlangen gestern die Reise nach Hessen an und nur die wenigsten Optimisten hätten auf einen Sieg der Gäste gewettet. Doch da hatten Einige die Rechnung ohne die Kampfkraft der Kobras gemacht.

 

Das erste Tor des Abends. Tim Ansink hatte die Rockets in Überzahl in Führung gebracht

Aber zunächst einmal ging alles seinen „normalen“ Gang. Es waren gerade einmal 110 Sekunden gespielt, da durfte Kevin Wilson wegen Haltens in die Kühlbox. Weitere 38 Sekunden später hatte Tim Ansink die Raketen mit 1:0 in Front geschossen. Wilson war über die gegen ihn verhängte Strafe stinksauer. Eine gute halbe Minute später muss er wohl auf der Mannschaftsbank sitzend gegenüber dem Unparteiischen nicht die richtige Wortwahl gefunden haben und durfte sich danach für 10 Minuten auf der Strafbank beruhigen. Damit waren für diese Zeit nur noch 9 Feldspieler der Kobras im Einsatz. Zu allem Überfluss leisteten sich die Kobras in der 13. Minute ein Kollektiv – Blackout, als man bei doppelter Überzahl den Puck im gegnerischen Drittel verlor und Pierre Wex viel zu viel Platz ließ. Dieser wurde zwar nach außen gedrängt, konnte aber dennoch aus sehr spitzem Winkel einen Schuss absetzen und ließ Marvin Haedelt, der den berühmten Griff ins Klo machte, ganz alt aussehen.
Dieses Überzahlspiel war noch nicht vorüber, als sich die Kobras erstmalig auf die Anzeigetafel bringen konnten. Nach einem Schuss auf das Gehäuse der Gastgeber bildete sich ein Getümmel vor Rockets-Torhüter Steve Themm und aus dem Gewühl heraus schaltete Joey Menzel am schnellsten und drückte den Puck zum 2:1-Anschlusstreffer über die Linie. Ein individueller Fehler im Spielaufbau, als ein Kobra-Akteur bei einfacher Überzahl einen gedeckten Mitspieler anpasste und dieser den Puck nicht kontrollieren konnte, sorgte für das 3:1 für die Hausherren. Nutznießer war Limburgs Joseph Davies, der diesen Zweikampf gewann und im Anschluss beim 3:1 auch Marvin Haedelt keine Chance ließ. Dies war gleichzeitig der erste Pausenstand.

Da zappelt der Puck im Netz: Michal Plichta erzielt den psychologisch wichtigen 3:2-Anschlusstreffer

Im zweiten Abschnitt wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn viele Zuschauer einen steifen Nacken bekommen hätten. Denn die Begegnung verlief nun hauptsächlich in eine Richtung – auf das Tor von Marvin Haedelt. Dieser hatte nun ausreichend Gelegenheit, seinen Patzer aus Abschnitt 1 wieder wett zu machen. Und er nutzte die Möglichkeit, unter Beweis zu stellen, dass er zu den guten Schnappern der Liga gehört. Doch er wurde dabei auch tatkräftig von seinen Vorderleuten unterstützt. Es wurde sich immer wieder in die Schüsse geworfen und mit allen (fairen) Mitteln versucht, Puck und Gegner vom eigenen Gehäuse fernzuhalten. Und dann wurde eine Begebenheit wahr, die normalerweise einen Fünfer ins Phrasenschwein kostet: „Und wenn du vorne die Treffer nicht machst, bekommst du sie irgendwann hinten“.  So geschehen in der auch psychologisch wichtigen 39. Spielminute. Bei einem der seltenen Ausflüge der Kobras über die gegnerische blaue Linie, bedienten Alex Brinkmann und Moritz Hofschen Torjäger Michal Plichta, der den Abstand wieder auf einen Treffer verkürzen konnte.

 

Mir breiter Brust ausgestattet gingen die Kobras nun ins letzte Drittel. Sie wollten die Chance nutzen, einen nicht für möglich gehaltenen Punkt von der Lahn mitzunehmen und bestürmten immer mehr das Rockets-Gehäuse. Während der Tabellenzweite in dieser Phase zu pomadig spielte und einfach nicht mehr den Schalter fand, die Kobras unter Druck zu setzen, erspielten sich jetzt die Gäste Chance um Chance und waren oft nur mit unfairen Mitteln von der schwarzen Hartgummischeibe zu trennen. Die daraus entstandenen Überzahlsituationen konnten die Kobras in Person von Kevin Wilson in der 49. Minute nicht nur zum Ausgleich nutzen, selbiger Spieler brachte seine Farben in der 54. Minute sogar in Führung. Wer hätte das gedacht. Nun wurden die Angriffe der Hausherren wieder wütender und die letzten 6 Minuten sollten die Kobras noch gehörig unter Beschuss stehen. Doch sie schafften es, diesen Vorsprung über die Zeit zu retten, und dies, obwohl Rockets-Trainer Arno Lörsch zum Ende noch seinen Goalie für einen sechsten Feldspieler opferte.
Apropos Arno Lörsch: Manchmal spielt einem das Leben schon einen bösen Streich. Denn dieser hatte bei den beiden Pressekonferenzen nach den Siegen der Rockets in der Schlangengrube gesagt, dass er der Meinung ist, dass noch einige große Mannschaften gegen die Kobras stolpern werden. Aber ob er dabei auch an seine Rockets gedacht hat, ist nicht überliefert.

Nach dem Spiel wurden noch die Spieler des Abends geehrt. Die wenigen mitgereisten Kobra-Fans (2) mussten diese Entscheidung auf Dinslakener Seite treffen.

Unser Spieler des Abends: Kevin Wilson

Und dies war nicht leicht. Denn alle Akteure hatten eine sehr gute Leistung abgerufen und einmal mehr gezeigt, dass Kobras niemals aufgeben.
Doch wenn ein Spieler sein Team zunächst auf die Verliererstraße bringt und dann im weiteren Verlauf durch unbändigen Einsatz und zwei erzielte Treffer zum Sieg führt, dann hat er sich auch den Pokal an diesem Abend verdient. Und das war in diesem Fall unsere #14 – Kevin Wilson. Aber auch dem Rest der Mannschaft gebührt ein dickes Lob für diese Energieleistung.

Hoffentlich reicht die Kraft der Giftschlangen morgen gegen den Neusser EV aus, damit auch die Zuschauer in der Schlangengrube wieder einmal einen solch tollen Moment erleben dürfen.

Es ist im Übrigen immer wieder erfrischend, wie sachlich und fair die Gastgeber von der Lahn sowohl das Geschehen auf dem Eis bewerten, als auch vorbildlich und respektvoll mit ihren Kontrahenten auf Vereinsebene umgehen. Kein Trash-Talk, kein böses Wort in den sozialen Medien. Sie haben verstanden, dass wir alle im Grunde nur dasselbe wollen: Dem Zuschauer guten Eishockeysport bieten. Vielen Dank dafür.

 

EG Diez-Limburg – Dinslakener Kobras              3:4 (3:1, 0.1; 0:2)

 

Torschützen Diez-Limburg:                                   Ansink, Wex, Davies
Torschützen Dinslaken:                                          Wilson (2), Menzel, Plichta

 

Strafminuten Diez-Limburg:                                 16
Strafminuten Dinslaken:                                        2 + 10 (Wilson)

 

Zuschauer:                                                              211

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