Kobras gleichen die Serie aus – und wie !

Gestern Abend ging es auch mal rustikal zur Sache. Hier kämpfen Dinslakens Kapitän Sven Linda und Neuwieds Michael Jamieson um die Scheibe.

Zwei Tage zuvor wurden sie noch beim 3:9 aus der Eishalle Neuwied gefegt. Gestern Abend fanden die Giftschlangen eine Antwort. Beim 7:0 (1:0; 4:0; 2:0) – Sieg der Dinslakener konnten die Niederrheiner nicht einfach nur die Viertelfinal – Serie ausgleichen, auf die Höhe des Sieges hätte zuvor wohl kaum jemand gewettet. Doch es gibt sie – diese Tage. An denen der Gegner zwar spielerisch besser ist, mehr Spielanteile hat aber gegen einen unbändigen Siegeswillen nichts ausrichten kann. Hinzu kam, dass bei den Hausherren nahezu alles klappte, bei den Gästen eben einfach zu wenig. Verständlich, dass die Machtlosigkeit irgendwann in Frust umschlägt, was wiederum meistens Strafzeiten nach sich zieht, doch von der Kühlbox aus ist bekanntlich noch kein Eishockeyspiel gewonnen worden. Und so lief die gestrige Partie ausschließlich pro Kobras, die sich diesen Sieg redlich verdient hatten. Dass es gleich ein Shutout wurde, lag zum einen an einem an diesem Abend überragenden Felix Zerbe im Tor der Kobras, zum anderen aber auch an einer Mannschaft, die im Defensivverhalten alles gab, was ging: Harte Checks wurden weggesteckt, es wurde sich in die Schüsse geworfen und jeder half bei Problemen des anderen aus. Hinzu kommt natürlich auch eine kleine Portion Glück, die immer nötig ist, wenn ein Spiel gegen einen starken Gegner „zu Null“ ausgeht. Denn das ein oder andere Mal hatte der Puck schon freie Sicht auf das Tornetz, während er nur wenige Zentimeter vor der Dinslakener Torlinie lag. Doch letztlich verbaute ihm dann doch irgendein Schläger der Männer in Schwarz den Weg ins Tor – oder eben Felix Zerbe selbst.

Der „Dosenöffner“: Marvin Linse und Timothy Tanke beglückwünschen Gian – Carlo Schöche (Vordergrund), den Torschützen zum 1:0

Gut 16 Minuten mussten die Zuschauer ausharren, ehe sie den ersten Treffer bejubeln durften. Bis dahin hatte das Spiel den Verlauf, den die meisten erwartet hatten. Überlegene Neuwieder schnürten die Giftschlangen immer wieder im eigenen Drittel ein, die ihrerseits auf nadelstichartige Konter setzten. Und einer dieser Konter war dann auch erfolgreich und der „Dosenöffner“ für das weitere Spiel der Hausherren. Dominick Spazier und Timothy Tanke hatten Gian – Carlo Schöche mustergültig aufgelegt und Letztgenannter ließ Felix Köllejan im Neuwieder Gehäuse mit einem platzierten Schuss keine Abwehrmöglichkeit. Im weiteren Verlauf des Drittels bot sich den Zuschauern das gleiche Bild. Optisch überlegene Gäste und verteidigende Kobras, die geduldig spielten und einfach auf ihre Konterchance warteten. Doch im Eröffnungsdrittel sollte dabei nichts Zählbares mehr herausspringen.

Es dauerte bis zur 26. Spielminute, bis die Kobrafans ihre Schals wieder fliegen lassen konnten. Denn bei 25:30 auf der Uhr war Felix Köllejan das zweite Mal geschlagen. Die Kobras waren ihrem System treu geblieben und

Das war das 2:0. Philipp Heffler dreht jubelnd ab. Sven Linda, Joey Menzel und Alex Brinkmann freuen sich mit ihm.

hatten zu diesem Zeitpunkt erneut einen Konter gestartet. Joey Menzel passte auf Moritz Hofschen, dieser mit einem guten Auge für den gestarteten Philipp Heffler und der Kobra-Stürmer ließ dem Neuwieder Goalie bei seinem Schuss in den rechten oberen Winkel keine Chance. Von nun an wurde die Brust der Hausherren immer breiter, während die Gangart der Gäste immer rauer wurde. Insgesamt 12 Strafminuten allein im Mitteldrittel untermauern diese Aussage.
Dennoch hätte das Spiel noch eine Wende nehmen können, als Neuwieds Kontingentspieler Michael Jamieson in der 31. Spielminute allein auf Felix Zerbe zulief, doch dieser ließ sich gestern Abend einfach nicht düpieren. Und als 6 Minuten später das Spielgerät nach einem Schuss von Joey Menzel Felix Köllejan durch die Schoner hinter die Torlinie kullerte, verließ Neuwieds Nummer 30 entnervt sein Gehäuse und machte nach dem 3:0 Platz für die Ex-Kobra Lukas Schaffrath. Doch dieser hatte keine Zeit, sich warm zu machen und wurde dementsprechend nur 24 Sekunden später eiskalt erwischt. Blueliner Tom Giesen hatte abgezogen und Sekundenbruchteile später zappelte die Hartgummischeibe im gegnerischen Gehäuse. Spielstand: 4:0. Den Schlusspunkt dieses ereignisreichen Mitteldrittels setzte Michal

An ihm kam keiner vorbei: Felix Zerbe

Plichta, der in der 39. Spielminute seinen ehemaligen Mannschaftskollegen bei einfacher Überzahl überwinden konnte.

Auch der Schlussabschnitt blieb ereignisreich. Zwar nicht so sehr in Form einer Tor-, mehr in Form einer Strafzeitenflut. Die Gäste konnten mit ihrem Frust immer schlechter hinterm Berg halten und sammelten weitere 32 Strafminuten, aber auch auf Kobra-Seite ließ man sich von der Hektik ein wenig anstecken und wurde für 12 Minuten aufs Sünderbänkchen verbannt. Dennoch gab es für die Kobra-Fans noch zweimal Grund zu Jubeln. Denn bereits in der 56. Spielminute nahm Neuwieds Coach Daniel Benske seinen Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Eine Entscheidung, die sich aber für die Gäste nicht auszahlen sollte. Im Gegenteil: Nach einem Angriff der Bären schnappte sich Torhüter Felix Zerbe den Puck, sah den freistehenden Stefan Dreyer, passte diesen an und Dinslakens Nummer 11 hatte im Anschluss wenig Mühe, die Scheibe trotz Unterzahl ins verwaiste Gästegehäuse unterzubringen.

Alex Brinkmann setzte mit seinem 7:0 den Schlusspunkt der Begegnung.

Mit diesem Assistpunkt krönte der Dinslakener Schlussmann selbst einen für ihn rundum gelungenen Abend. Den Schlusspunkt setzte 78 Sekunden vor der Schlusssirene Alex Brinkmann, der den gewonnenen Freiraum bei doppelter Überzahl zum finalen 7:0 Endstand nutzen konnte. Bemerkenswert, dass sich an diesem Abend 7 verschiedene Torschützen der Giftschlangen in den Spielbericht eintragen lassen durften.

In der anschließenden Pressekonferenz strahlte Coach Sikorski mit Pressesprecher Christian Prieß um die Wette. Der Dinslakener Übungsleiter betonte immer wieder, wie stolz er auf seine Mannschaft sei und dass sie über 60 Minuten weitestgehend cool geblieben sei, gab aber auch zu, dass er im Vorfeld mit einem Sieg in dieser Höhe nicht gerechnet hätte. Ein Sonderlob holte sich natürlich Felix Zerbe vom Trainer ab, der wohl gestern Abend sein bestes Spiel der Saison abgerufen hatte. Nicht der schlechteste Zeitpunkt.

Und so sieht ein zufriedener Trainer aus: Krystian Sikorski kurz vor Ende der Partie.

Damit konnten die Dinslakener die Viertelfinalserie nicht nur zum 1:1 ausgleichen, sondern sich auch ein weiteres Heimspiel sichern. Zwar müssen sie am kommenden Freitag, 02.03.2018 zunächst wieder im Icehouse Neuwied antreten, doch Spiel 4 wird nun definitiv am Sonntag, 04.03.2018 in der Schlangengrube stattfinden. Wer bereit ist, seinen Adrenalinspiegel anheben zu lassen, ist ab 19:00 Uhr herzlich willkommen.

 

 

 

Dinslakener Kobras – Die Bären 2016 Neuwied:                   7:0 (1:0; 4:0; 2:0)

Torschützen Dinslaken:                                         Schöche, Heffler, Menzel, Giesen, Plichta, Dreyer, Brinkmann
Torschützen Neuwied:                                           –

Strafminuten Dinslaken:                                        20
Strafminuten Neuwied:                                         28 + 10 (D. Schlicht) + 10 (Pering)

Zuschauer:                                                              251

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