Kobras fehlte der kühle Kopf

Nach 3:9 und 7:0 ist die Ergebnishöhe beim Viertelfinal – Playoff – Spiel 3 zwischen den Neuwieder Bären und den Dinslakener Kobras bei der 4:6 (2:2; 1:2; 1:2) – Niederlage auf ein Normalmaß gesunken. Die Kobras stehen nun allerdings mit dem Rücken zur Wand und sind morgen Abend in der Schlangengrube zum Siegen verdammt, soll die Saison für die Giftschlangen nicht bereits am 04.03. enden.

Doch dies ist keinesfalls unmöglich, das hat das letzte Heimspiel gezeigt. Allerdings muss man gegenüber gestern einen Umstand zwingend vermeiden: den Besuch auf der Strafbank. Dieser Umstand hat in erster Linie am gestrigen Abend dafür gesorgt, dass die Neuwieder das Spiel ab dem zweiten Drittel zu ihren Gunsten drehen konnten und die Kobras sich selbst ihrer Chancen beraubten, den Rückstand zu egalisieren.

Jubel nach der 1:0-Führung: Marvin Linse, Mark Essery und Benni Hüsken gratulueren dem Torschützen Kevin Wilson

Die Giftschlangen, bei denen auch die angeschlagenen Spieler mitwirkten und man in Summe nur auf Sebastian Haßelberg und Tim Cornelißen verzichten musste, begannen selbstbewusst und bestimmten bis zur Mitte des ersten Drittels das Spielgeschehen. Bis dahin hatten Kevin Wilson, dem man die fehlende Spielpraxis noch anmerkte und Michal Plichta bei einfacher Überzahl, die Kobras mit 2:0 in Front geschossen. Doch dann folgte der erste Treffer von Neuwieds Stürmer Moritz Schug, den die Kobras an diesem Abend nicht in den Griff bekamen und der im weiteren Verlauf insgesamt 4 Treffer erzielen sollte, in der 13. Spielminute.
Als der gleiche Spieler gut zwei Minuten vor Drittelende in einem Überzahlspiel den 2:2 – Ausgleich erzielte, war die Dominanz der Gäste verflogen und die Hausherren nahmen von da an das Heft in die Hand.
Schon bei besagtem Überzahlspiel konnte man erkennen, dass es für die Kobras besser wäre, dem Sünderbänkchen fernzubleiben.

„Ich muss hier durch“, scheint Mark Essery in dieser Szene zu denken.

Wie an der Perlenschnur gezogen wanderte der Puck bei hoher Geschwindigkeit zwischen den 5 Neuwieder Akteuren hin und her, die auch läuferisch den besseren Eindruck machten. Die Kobras hatten auch nicht ansatzweise die Möglichkeit, an den Puck zu gelangen und ihn aus dem eigenen Drittel zu befördern. Das 2:2 war somit nur die logische Folge. Spätestens jetzt hatten die Hausherren die Regie übernommen und nutzten ihre spielerische Klasse und ihre Schnelligkeit beim Spielaufbau, um dann immer wieder gefährlich vor Felix Zerbe aufzutauchen. Die Kobras ihrerseits gaben alles, um sich gegen eine drohende Niederlage zu stemmen, agierten dabei jedoch häufig übermotiviert, was dann wieder das produzierte, was man eigentlich hätte vermeiden sollen: Strafzeiten.
Eine dieser Strafzeiten brachte die Neuwieder Bären dann auch spielentscheidend auf die Siegerstraße, bei der Martin Brabec in der 25. Spielminute die erstmalige Führung für die Hausherren erzielte. Als Moritz Schug nur 90 Sekunden später beim 4:2 seinen dritten Treffer an diesem Abend beisteuerte, stand für die meisten Zuschauer der Sieger schon fest. Doch noch gaben sich die Kobras nicht geschlagen. Eine doppelte Überzahlsituation verhalf ihnen in Person von Kevin Wilson, in der 28. Spielminute den Ein-Tore-Abstand wiederherzustellen. Allerdings zogen im weiteren Verlauf der Partie die Dinslakener einfach zu viele Strafzeiten, um den Ausgleich erzielen zu können. Im Gegenteil: Sie konnten sich gerade in diesen Situationen bei Felix Zerbe bedanken, dass man nicht

Tony Thiel (Vordergrund) stand bei den Kobras für den derzeit erkrankten Krystian Sikorski hauptverantwortlich an der Bande.

noch höher in Rückstand geriet. Dieser zeigte im Übrigen erneut eine starke Gesamtleistung.
Auch vom vierten Treffer von Moritz Schug zum 5:3 in der 44. Spielminute zeigten sich die Gäste unbeeindruckt und konnten in der 52. Spielminute durch ein Powerplay – Tor von Michal Plichta erneut den Anschluss wiederherstellen. Doch durch 3 weitere Strafzeiten bis zum Ende der Begegnung beraubten sich die Dinslakener selbst der Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Da half auch nicht die Maßnahme Tony Thiels, Felix Zerbe zugunsten eines sechsten Feldspielers zu opfern. Ausgerechnet während einer kurzen Sequenz vollzähliger Dinslakener Mannschaftsstärke erzielte Daniel Pering mit einem Sonntagsschuss aus relativ spitzem Winkel das entscheidende 6:4 für die Rheinland-Pfälzer.

 

Dieser Sieg der Bären ist völlig verdient, sie waren über 45 Minuten das bessere Team. Doch chancenlos waren die Kobras keinesfalls. Kämpferisch ist ihnen auch gestern keinerlei Vorwurf zu machen. Jedoch sollten sie es morgen mit mehr Coolness versuchen und der Strafbank zwingend fernbleiben. Natürlich ist dies leichter gesagt als getan. Denn der Grat zwischen Motivation und Übermotivation ist ein sehr schmaler.
Spiel 5 am Dienstag oder Sommerpause ? Der morgige Abend bringt Gewissheit.

 

Die Bären 2016 Neuwied – Dinslakener Kobras:                  6:4 (2:2; 2:1; 2:1)

 

Torschützen Neuwied:                                                           Schug (4), Brabec, Pering
Torschützen Dinslaken:                                                         Wilson (2), Plichta (2)

 

Strafminuten Neuwied:                                                        12
Strafminuten Dinslaken:                                                       20

 

Zuschauer:                                                                             861

classic

yes

;

Copyright © 2018 Dinslaken Kobras    I    Website by housegrafic    I    DATENSCHUTZ    I    IMPRESSUM