Ein teurer Abend für die Kobras

Dieses Spiel bei den Neuwieder Bären kann noch langfristige Folgen für die Kobras haben: Denn am gestrigen Abend verlor man nicht nur die Partie mit 2:5 (0:3; 1:0; 2:1), sondern verletzungsbedingt mit Kevin Wilson und Michal Plichta auch zwei eminent wichtige Stürmer. Zu allem Überfluss muss Moritz Hofschen muss am Sonntag gegen Lauterbach wegen einer Spieldauerdisziplinarstrafe zuschauen. Doch der Reihe nach.

Die Begegnung war gerade einmal 34 Sekunden alt, da brach Stephan Fröhlich auf der linken Seite durch. Dabei überlief er einen Dinslakener Verteidiger und hielt aus halblinker Position einfach mal drauf und der Puck zappelte schon in dieser frühen Phase erstmalig im Netz von Marvin Haedelt. Die Hausherren hatten in diesem ersten Abschnitt deutlich mehr vom Spiel, doch die Kobras verstanden es danach immer wieder, den Gegner und Puck vom Tor fernzuhalten. Und sollte doch einmal ein Neuwieder Angreifer durchgekommen sein, war der Dinslakener Schnapper zur Stelle. In der 12. Spielminute musste er sich allerdings dem Tschechen Brabec geschlagen geben. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung der Hausherren auch in der Höhe völlig verdient. In der 13. Spielminute folgte dann eine Szene, die den weiteren Spielverlauf maßgeblich beeinflusste, denn bei einem Angriff der Hausherren wurde Bären-Stürmer Martin Brabec von einem Dinslakener Verteidiger regelwidrig in die Bande geschickt. Glücklicherweise konnte Brabec nach einer kurzen medizinischen Versorgung weitermachen. Moritz Hofschen wurde vom Unparteiischen dafür unter die Dusche geschickt. Völlig zu Unrecht, denn der eigentliche Verursacher war ein anderer, was alle mitgereisten Dinslakener Fans auch gesehen hatten. Fortan durfte Moritz nicht nur dem weiteren Geschehen zuschauen, er muss auch morgen gegen Lauterbach eine Zwangspause einlegen. Das macht übrigens die Situation für Coach Sikorski nicht gerade leichter. Er musste schon in Neuwied auf die Verteidiger Tsvetkov, Cornelißen und Linda verzichten, von denen nur Letztgenannter morgen wieder eingreifen kann. Da die Kobras ohnehin mit nur vier Defensivkräften angereist waren, musste Coach Sikorski nun die Sturmreihen auseinanderreißen. Der Dinslakener Übungsleiter entschied sich für Alex Brinkmann, da dieser schon beim Spiel in Diez-Limburg auf der Verteidigerposition eine gute Figur abgegeben hatte. Doch es sollte im weiteren Spielverlauf noch schlimmer kommen. Als bei einem Angriff der Gäste Kevin Wilson nach Körperkontakt in die Bande geschickt wurde, verletzte sich auch dieser. Im Gegensatz zu Martin Brabec war das Spiel für Wilson an dieser Stelle bereits beendet. Und wenn du denkst, es kann nicht schlimmer kommen, wirst du oft eines Besseren belehrt. So auch gestern. Kurz vor Ende des ersten Abschnitts kreuzten sich die Wege von Dinslakens Michal Plichta und Neuwieds Dennis Schlicht. Dieser traf das Knie vom Kontingentspieler der Kobras mit einem solch heftigen Schlag, dass dies auch für Dinslakens Nummer 34 das Ende der Partie bedeutete. Wann die beiden Verletzten wieder ins Geschehen eingreifen können, ist derzeit noch unklar. Natürlich wünschen wir den Beiden eine schnelle Genesung. Zwischenzeitlich hatte Neuwied die zu einer Spieldauerdisziplinarstrafe gehörende fünfminütige Überzahl in Person von Frederic Hellmann zum 3:0 für die Hausherren nutzen können.

Damit war nicht nur das erste Drittel Geschichte, Trainer Sikorski musste seine Reihen weiter umbauen. Diese stellten sich schon fast von alleine auf, denn es blieben ja nur noch 6 stürmende Mohikaner übrig. Aber wer sollte die Tore schießen ? Die beiden besten Punktesammler waren schließlich außer Gefecht gesetzt. Eine Antwort darauf bekam man in Drittel 2.

Denn die verbliebenen Spieler zeigten nun einmal mehr, was eine Kobra ausmacht: Aufgeben verboten ! Und sie kämpften sich von Minute zu Minute immer besser in die Begegnung und waren spätestens Mitte des zweiten Drittels die tonangebende Mannschaft. Natürlich wandelte man seitens der Gäste gegen die favorisierten Rheinland-Pfälzer immer auf einem schmalen Grat, denn diese blieben bei ihren Kontern immer brandgefährlich, doch die Dinslakener Defensivabteilung inklusive Goalie war nun hellwach und ließ zunächst keinen weiteren Treffer zu. Im Gegenteil: In einfacher Überzahl erzielten die Gäste ihren ersten Treffer. Tom Giesen zog von der Blauen ab, Mark Essery veränderte mit seinem Schläger die Flugbahn des Pucks und Ex-Kobra Lukas Schaffrath war erstmalig geschlagen. Leider hatte der Unparteiische auch diese Szene anders gesehen und gab Tom Giesen als Torschütze an.
Damit holten sich die Niederrheiner die zweite Luft und legten noch eine Schippe drauf, doch mehr als dieser Treffer sollte ihnen im Mittelabschnitt nicht gelingen.

Auch im Schlussabschnitt beherrschte man lange Zeit Puck und Gegner, bei den stets gefährlichen Kontern der Bären musste man als Fan der Niederrheiner dennoch immer wieder die Luft anhalten. Und dann passierte das, was nur große Optimisten erwarten konnten: Mark Essery zeigte, dass er den Dinslakener Zuschauern noch viel Freude machen kann, denn es war der kanadische Amerikaner, der den zweiten Nadelstich setzen konnte. In einer Druckphase der Kobras stocherte er aus dem Gewühl heraus die schwarze Hartgummischeibe über die Linie und erzielte somit den 3:2-Anschlusstreffer. Sollten sich jetzt die Ereignisse aus Diez-Limburg wiederholen ?
Natürlich warf man seitens der Gäste nun alles nach vorne. Doch gestern Abend kam es dann doch anders. Bei einem der Angriffe der Hausherren fiel der Puck nach einem Pressschlag genau vor die Füße von Martin Brabec, der in der 58. Spielminute mit einer schönen Einzelaktion Marvin Haedelt beim 4:2 keine Chance ließ. Sofort wurden bei den Giftschlangen die Beine schwer und das 5:2 durch Michael Jamieson war die logische Folge. Dennoch durften die Gäste die Heimreise hocherhobenen Hauptes antreten, das Ergebnis ist sicherlich 1-2 Tore zu hoch ausgefallen. Daran, dass die Bären das Spiel verdient gewonnen hatten, bestand allerdings kein Zweifel. Gleichzeitig ist es müßig, zu erwähnen, dass die Kobras noch Pech bei zwei Pfostenschüssen hatten, denn mit weiterem Pech hätten sie auch drei, vier weitere Gegentreffer kassieren können.

„Wir haben uns das Leben durch das frühe Gegentor und die Spieldauerdisziplinarstrafe in der frühen Phase des Spiels selber schwergemacht und es in der verbliebenen Zeit nicht mehr geschafft, diese Fehler wieder gut zu machen“, lautete die kurze und treffende Analyse von Krystian Sikorski, der über seinen nordamerikanischen Neuzugang sagt: Er ist ein sehr guter Schlittschuhläufer. Er hat sich in der Kürze der Zeit noch nicht zu 100 Prozent an unser Spielsystem anpassen können, aber ich bin sicher, das wird von Spiel zu Spiel besser werden, so der Dinslakener Übungsleiter. Auch das Fanauge hatte eine solide Leistung des eigentlich zweifachen Torschützen gesehen.
Ein Glücksfall, dass sich die Kobras diese Verstärkung ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt „gegönnt“ hatten, wo doch jetzt eventuell weitere, wichtige Spieler verletzungsbedingt ausfallen könnten.

 

Die Bären 2016 Neuwied – Dinslakener Kobras                                5:2 (3:0; 0:1; 2:1)

Torschützen Neuwied:                                                                          Brabec (2), Fröhlich, Hellmann, Jamieson
Torschützen Dinslaken:                                                                         Giesen, Essery

Strafminuten Neuwied:                                                                         23 + 20 (SD Dennis Schlicht)
Strafminuten Dinslaken:                                                                        11 + 20 (SD Moritz Hofschen)

Zuschauer:                                                                                              483

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